M. DuMont Schauberg Kölner Verlag schluckt Bundesanzeiger

Die Kölner Verlagsgruppe M. DuMont Schauberg ist im Kaufrausch: Nach der Beteiligung an der "Frankfurter Rundschau" und dem israelischen Verlag Ha’aretz übernimmt sie jetzt alle Anteile am Bundesanzeiger-Verlag.


Köln - Der Kölner Verlag M. DuMont Schauberg hielt bisher rund ein Drittel am Bundesanzeiger-Verlag. Die anderen Anteile gehörten dem Bund und der Herausgebergemeinschaft Wertpapier-Mitteilungen. Der Bundesanzeiger veröffentlicht alle Pflichtpublikationen wie Gesetze oder Unternehmensmitteilungen. DuMont Schauberg sichert sich mit dem Verlag eine relativ sichere Ertragsquelle als Ergänzung zum anfälligen Zeitungsgeschäft.

Der Bund sei aufgrund der Privatisierungspolitik aus dem Verlag ausgestiegen, teilte M. DuMont Schauberg mit. Die Übernahme tritt rückwirkend zum 1. Januar 2006 in Kraft - über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Dies ist bereits der dritte Streich in der Expansionsstrategie der Kölner Verlagsgruppe in diesem Jahr: Im Juli übernahm der Verlag die Mehrheit bei der angeschlagenen "Frankfurter Rundschau", im August 25 Prozent an der israelischen Ha'aretz Gruppe.

Der Kölner Verlag hatte erst vor kurzem einen Personalabbau bei den 1500 Mitarbeitern der Firmenzentrale angekündigt. Zu DuMont Schauberg gehört unter anderem der "Kölner Stadt-Anzeiger", die "Kölnische Rundschau", die "Mitteldeutsche Zeitung" in Halle/Saale und das Boulevard-Blatt "Express".

Der Verlag hat im Geschäftsjahr 2005 den Gruppenumsatz um ein halbes Prozent auf 514,3 Millionen Euro gesteigert. Der Überschuss lag mit 19,8 Millionen Euro fast 10 Prozent unter dem Vorjahreswert. Die Umsatzzuwächse kamen nach Unternehmensangaben überwiegend aus dem Bereich Beteiligungen. Das Kerngeschäft war dagegen von Umsatzrückgängen wegen fallender Zeitungsauflagen geprägt.

amg/AP/dpa



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