Bundesliga-Aufstieg Frankfurt fängt Mainz in letzter Sekunde ab
Hamburg - Im Dreikampf um den dritten und letzten Aufstiegsplatz in der zweiten Fußball-Bundesliga setzte sich Eintracht Frankfurt (62 Punkte, Tordifferenz +26) gegen Mainz 05 (62, +25) und die SpVgg Greuther Fürth (57) durch. "So einen Moment vergisst man das ganze Leben nicht. Das passiert alle 100 Jahre einmal, heute war so ein Tag, grandios", jubelte Eintracht-Coach Willi Reimann.

Henning Bürger und Ervin Skela (r.) bejubeln das dritte Frankfurter Tor
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Kraft und Eleganz: Jermaine Jones beim Torschuss
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Unglücklicher Held: Der Mainzer Benjamin Auer erzielte vier Treffer, doch es reichte zum Aufstieg
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Die Frankfurter besiegten Reutlingen in einer dramatischen Schlussoffensive nach Treffern von Jermaine Jones (5.), Alexander Schur (23., 90.), Erwin Skela (38.) und Bakary Diakité (83., 90.) bei Gegentoren von Nico Frommer (6.), Bachirou Gambo (53.) und Patrick Würll (56.) mit 6:3 (3:1). Nach dem zwischenzeitlichen 3:3-Ausgleich der Reutlinger, der bis zur 83. Minute Bestand hatte, war der Aufstieg für die Eintracht in weite Ferne gerückt. Der Kopfballtreffer Schurs in der Nachspielzeit sorgte vor 25.000 Zuschauern im ausverkauften Waldstadion für die Entscheidung. "Wir haben heute einfach nie aufgegeben. Nach dem 4:1 von Mainz waren wir praktisch tot, aber wir haben uns dann nochmal alle angetrieben, die letzten Minuten alles nach vorne geworfen und es letztendlich doch noch geschafft. Wir haben uns heute alle einen Traum erfüllt", sagte Schur. "Eigentlich war das ganze Jahr versaut", resümierte Torhüter Oka Nikolov trocken, "das ist unglaublich, dass wir es mit drei Toren in sieben Minuten noch gedreht haben."
Vor Jahresfrist hatten die Frankfurter noch dicht am Abgrund gestanden. Erst nachträglich erhielt die Eintracht von der Deutschen Fußball-Liga die Lizenz und musste die Zweitliga-Zugehörigkeit später sogar vor Gericht gegen eine Klage der SpVgg Unterhaching verteidigen.
Mainz siegte in Braunschweig durch vier Tore Auers (9., 19., 46., 61.) zwar mit 4:1 (2:0) - den Gegentreffer erzielte Abdoul Thiam (80.) -, doch am Ende war die Tordifferenz der Frankfurter um den einen Treffer Schurs besser. "Es ist die bitterste Sekunde meines Lebens. Wir werden aber auch nach diesem Niederschlag wieder aufstehen", sagte der schwer enttäuschte Mainzer Präsident Harald Strutz. Schon in der Vorsaison hatten die Mainzer am letzten Spieltag den Bundesliga-Aufstieg hauchdünn verpasst. 05-Coach Jürgen Klopp rang um Fassung: "Glückwunsch an Frankfurt. Frankfurt hatte das Tor mehr, deshalb haben sie es auch verdient. Entschuldigung an die Fans, dass wir es wieder nicht hingekriegt haben. Als wir in die Kabine gegangen sind, haben uns einige mit Häme überschüttet, aber das ist kein Charakter. Wer aus seinen Möglichkeiten so viel macht wie diese Mannschaft und dieser Verein, hat Respekt verdient." Wie der SSV Reutlingen, dem vor der Saison sechs Punkte wegen Regelverstößen abgezogen worden waren, folgen die Braunschweiger Waldhof Mannheim und St. Pauli, die zuvor schon als Absteiger feststanden, in die Regionalliga.
Fürth konnte am letzten Spieltag nie in den Aufstiegskampf eingreifen und unterlag beim Karlsruher SC, der den Klassenerhalt sicherte, nach Treffern von Bruno Labbadia (45.) und Mario Eggimann (58.) mit 1:2. Für die Franken verkürzte Christian Eigler (68.).