Zum Inhalt springen

Freundliche Ausländerbehörden "Zum ersten Mal willkommen in Deutschland"

Ohne aufgeschlossene Beamte keine klugen Köpfe aus dem Ausland: Diese Erkenntnis will der Preis für Deutschlands freundlichste Ausländerbehörden fördern. Die Auszeichnung schmückt dieses Jahr Amtsstuben in Aalen, Düren und Leipzig.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die Behörde in Aalen wurde unter den vorgeschlagenen Ämtern für einen Preis auserkoren, weil sie nach Meinung der Jury unter anderem besonders gut mit der dortigen Fachhochschule zusammenarbeitet. Der Kreis Düren wurde dafür gelobt, dass "Ermessensentscheidungen zugunsten der Ausländer getroffen werden". Die Ausländerbehörden der Stadt Leipzig hielten besondere Betreuungszeiten für Neuankömmlinge bereit. "Ich fühlte mich zum ersten Mal willkommen in Deutschland", so wird eine VWL-Studentin aus Bulgarien in der Begründung zitiert.

Den Preis erhalten Ämter, die sich als besonders aufgeschlossen, flexibel und hilfsbereit gegenüber ausländischen Wissenschaftlern und Studierenden zeigten. Die Auszeichung wird gemeinsam von der Alexander von Humboldt-Stiftung und dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft verliehen. Sie ist mit jeweils 25.000 Euro dotiert.

Das Preisgeld sollen die Behörden dazu nutzen, ihre Infrastruktur auszubauen, ihre Mitarbeiter weiterzubilden und sich mit anderen Ausländerämtern sowie Universitäten und Forschungseinrichtungen zu vernetzen.

Gastwissenschaftler schlagen vor

Die Humboldt-Stiftung ermöglicht jedes Jahr rund 1800 Forschern aus dem Ausland einen Aufenthalt in Deutschland. Im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft machen sich Unternehmen für Forschung und Lehre stark.

Die Ausländerämter könnten sich nicht selbst um den Preis bewerben. Nur die ausländischen Wissenschaftler und Studenten, die selbst Erfahrungen mit der Behörde gesammelt haben, dürfen Vorschläge machen.

Aushängeschilder Deutschlands

Der Preis wird in diesem Jahr zum letzten Mal vergeben, am 26. Januar 2005 in Berlin. Die Initiatoren ziehen ein positives Fazit der bisherigen Wettbewerbe: "Der Preis hat in drei Jahren ein Bewusstsein dafür geschaffen, wie wichtig engagierte Ausländerbehörden nicht nur für den einzelnen Wissenschaftler sind, der zu uns kommt", so der Präsident der Humboldt-Stiftung, Wolfgang Frühwald. "Sie tragen auch zu einem positiven Deutschlandbild bei, das hilft, die besten internationalen Forscher und Studenten für Deutschland zu gewinnen."

Der Preis habe ein produktives Klima des Wettbewerbs unter den Ausländerbehörden geschaffen, sagte auch der Präsident des Stifterverbandes, Arend Oetker.

Neben den drei Siegern wurden auch die Behörden in Augsburg, Braunschweig, Erlangen, Gelsenkirchen, Kassel, Mannheim und Oldenburg für ihr Engagement gelobt.