Wirtschaft



  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
16.10.2006
 

Protest gegen Politik

Vattenfall droht mit Investitionsstopp in Deutschland

Die Abneigung ist gegenseitig: Die Politik drängt die Stromkonzerne zu Preissenkungen, die Strommanager verbitten sich die Einmischung. Nun hat der Chef von Vattenfall, Klaus Rauscher, genug: Wenn Deutschland die Energieriesen gängele, werde eben anderswo investiert.

Frankfurt am Main – Klaus Rauscher ist nicht gut auf die Regulierer und die Regierung in Deutschland zu sprechen. Seinem Unternehmen wehe der Wind aus der Politik heftig um die Ohren, klagte der Europa-Chef von Vattenfall im Interview der "Frankfurter Rundschau".

Manager Rauscher: Wenn der Atomausstieg nicht gekippt werde, würden die Preise eben weiter steigen, droht der Konzern
Zur Großansicht
DPA

Manager Rauscher: Wenn der Atomausstieg nicht gekippt werde, würden die Preise eben weiter steigen, droht der Konzern

Rauscher drohte, falls die Politik zu stark in die Bereiche Strompreise und Stromerzeugung in Deutschland eingreife, werde Vattenfall einen Investitionsstopp in Deutschland verhängen. "Dann wird anderswo investiert", sagte der Chef des drittgrößten Energieversorgers im Land. "Staatsdirigismus" sei mit einem liberalisierten, zunehmend europäischer werdenden Strommarkt nicht vereinbar.

Rauscher beklagte, dass der Druck der Politik auf die Energieversorger zugenommen habe. Wegen der jüngst von der Bundesnetzagentur angeordneten Kürzungen bei den Gebühren, die die Versorger für die Stromdurchleitung in ihren Netzen verlangen, werde man teilweise in den Rendite-Erwartungen herunter gehen müssen.

Rauscher machte Front gegen den Atomausstieg: Stabile Strompreise seien nur möglich, falls zügig neue Kraftwerke ans Netz kämen und der Atomausstieg gekippt werde. Der Konzern werde in den kommenden Monaten über einen Antrag auf Laufzeitverlängerung für das Atomkraftwerk Brunsbüttel über 2009 hinaus entscheiden.

Die vier führenden deutschen Energiekonzerne Eon, RWE, Vattenfall und EnBW waren zuletzt wegen massiv gestiegener Strompreise immer stärker unter politischen Druck geraten. Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) hat die beherrschende Marktstellung der Unternehmen kritisiert und sich für stärkere staatliche Eingriffe ausgesprochen. Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) hatte bekräftigt, wegen der marktbeherrschenden Stellung der Konzerne die Eingriffsmöglichkeiten der Kartellbehörden verbessern zu wollen.

itz/Reuters/AP

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

Forum

insgesamt 1570 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
20.02.2010 von TILMAN_KLUGE: Stromkunden bezahlen Korruption

Wie sollen Menschen Öko-Investitionen akzeptieren oder sich gar vetrauensvoll an ihnen beteiligen können, wenn sie als Bürger selber unfreiwillig in seltsame Geschäfte hineingezogen werden. Wiebke Hollersen schreibt unter [...] mehr...

04.06.2009 von Ludwig Schmidt: altes wird neu und neues ist eigentlich alt

Tja, scheint sich bis heute nicht wirklich etwas geändert zu haben, ein wirklich aktuelles Thema, auch politisch. Nun ja, wir mussten ja auch (fast) alles, was von Blairs Neoliberalen so ausgedacht wurde über den [...] mehr...

05.11.2007 von tempestas:

das war nicht zufällig ein Ausschnitt aus der Doku "Enron - The smartest guys in the room" ? Da gibts genau so eine Szene...und warum sollten die Medien die nicht benutzen...nur so ein Gedankengang mehr...

05.11.2007 von kdshp:

Hallo, gestern in TV spiegel hat man eine dieser "maschen" gezeigt um die preise in die höhe zu treiben. Das so was geht wollte/kann ich nicht glauben. Da wurde ein kraftwerk für 15 mil stillgelegt (kosten), [...] mehr...

05.11.2007 von Robert32:

Man kennt sich persönlich, man trifft sich zum Kaffee, man stimmt sich ab... mehr...

Und Ihre Meinung? Diskutieren Sie mit! zum Forum...

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft

© SPIEGEL ONLINE 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH









TOP



TOP