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Energiekonzern Hohe Strompreise füllen RWE die Kasse

Was die Verbraucher ärgert, freut die Konzerne: Dank der hohen Strompreise hat der zweitgrößte deutsche Energieversorger RWE seinen Gewinn um knapp 14 Prozent gesteigert. Nun verspricht das Unternehmen Investitionen in Milliardenhöhe.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Essen - Im abgelaufenen Geschäftsjahr kletterte der Betriebsgewinn von RWE   um 13,7 Prozent auf 6,11 Milliarden Euro, wie die Gesellschaft heute Morgen mitteilte. Der Umsatz wuchs um 12,1 Prozent auf 44,26 Milliarden Euro, wobei vor allem das Deutschlandgeschäft zulegte. Mit beiden Werten übertraf der Konzern die Erwartungen von Analysten.

Neben den hohen Strompreisen trug auch der Verkauf der britischen Wassersparte Thames Water zu dem Gewinnplus bei. Beim Überschuss ergaben sich zudem positive Effekte aus Änderungen in der Steuergesetzgebung. Inklusive aller Sondereffekte stieg das Nettoergebnis sogar um 72 Prozent auf knapp 3,9 Milliarden Euro.

Da sich diese Effekte 2007 nicht wiederholen dürfte, sei in diesem Jahr unter dem Strich mit einem "starken Rückgang" zu rechnen, erklärte RWE. Das betriebliche Ergebnis - also vor Steuern - will das Unternehmen in diesem Jahr hingegen um zehn Prozent steigern.

In den nächsten fünf Jahren will RWE nun bis zu 25 Milliarden Euro investieren. "Wenn die politischen Rahmenbedingungen es zulassen, wird RWE in Deutschland zum größten privaten Einzelinvestor", erklärte das Essener Unternehmen. Nach E.on   ist RWE der zweitgrößte Energiekonzern in Deutschland.

Bereits 2007 sollen die Sachanlageinvestitionen im Energiegeschäft deutlich über das Vorjahresniveau steigen. Der stärkste Zuwachs sei im deutschen Kraftwerksgeschäft geplant, hieß es. Ein weiterer Schwerpunkt sei der Ausbau des Gasgeschäfts. Dabei stünden Pipeline-Projekte, die Exploration neuer Lagerstätten sowie die Flüssiggas-Aktivitäten des Konzerns im Mittelpunkt. 2006 hatte der Konzern insgesamt Sachinvestitionen von 4,5 Milliarden Euro ausgewiesen.

wal/dpa/Reuters/Dow Jones