Copa América Rote Karte für Messi, Argentinien wird Dritter

Das Spiel um Platz drei zwischen Argentinien und Chile war hässlich. Es gab Rudelbildungen, sieben Gelbe Karten und Platzverweise für die beiden Kapitäne.

Lionel Messi hat mit Argentinien noch keinen Titel gewonnen
Nelson Almeida / AFP

Lionel Messi hat mit Argentinien noch keinen Titel gewonnen


Lionel Messi hat erneut keinen Titel mit der argentinischen Nationalmannschaft gewinnen können. Nach dem Halbfinal-Aus gegen Brasilien hat sich die Albiceleste im Spiel um Platz drei der Südamerika-Meisterschaft 2:1 (2:0) gegen Chile durchgesetzt, die Tore erzielten Kun Agüero (11. Minute) und Paulo Dybala (21.) für Argentinien sowie Arturo Vidal für Chile (58.)

Messi erlebte nicht mal mehr den Pausenpfiff, bereits in der 37. Minute wurden er und Chiles Kapitän Gary Medel vom Platz gestellt. Einen Steilpass in den chilenischen Strafraum hatte der Superstar vom FC Barcelona nicht mehr erreichen können - beide Spieler liefen bis über die Grundlinie, wo sie kollidierten. Aus der Berührung entstand ein Handgemenge, bei dem die Aggression größtenteils von Medel ausging. Beide sahen glatt Rot, auch nach minutenlanger Diskussion mit dem Schiedsrichter. Es war bereits die dritte Rudelbildung im Spiel.

Medel versuchte, Messi eine Kopfnuss zu geben. Dieser wich zwar zurück, umklammerte seinen Gegenspieler aber
Ueslei Marcelino / REUTERS

Medel versuchte, Messi eine Kopfnuss zu geben. Dieser wich zwar zurück, umklammerte seinen Gegenspieler aber

Sportlich hatte die Partie recht ansehnlich begonnen. Die Argentinier zeigten starke Kombinationen, das erste Tor fiel jedoch nach einem Standard. Am Mittelkreis war Messi vom ehemaligen Bayern-Profi Vidal umgeräumt worden, den Freistoß führte der Gefoulte schnell aus. Agüero war hinter die unsortierte chilenische Abwehr gestartet, bekam den Ball in den Lauf gespielt und brachte sein Team in Führung (11.).

Zehn Minuten später schickte Giovani Lo Celso mit einem Steilpass Paulo Dybala in den Strafraum. Von der linken Seite aus überlupfte dieser aus spitzem Winkel den zögerlich herauskommenden Torhüter Gabriel Arias zum 2:0 für Argentinien (21.). Im zweiten Durchgang erzielte Vidal per Elfmeter nach einem Foul von Lo Celso am Leverkusener Charles Aránguiz noch den Anschlusstreffer für die Chilenen (58.). Der Ausgleich gelang dem Vorjahressieger nicht mehr.

Argentinien - Chile 2:1 (2:0)
1:0 Agüero (11.)
2:0 Dybala (21.)
2:1 Vidal (58.)
Argentinien: Armani - Foyth, Pezzella, Otamendi, Tagliafico - de Paul, Paredes, Lo Celso (90. Funes Mori) - Messi, Dybala (67. Di María), Agüero (81. Suárez)
Chile: Arias - P. Díaz, Medel, Jara (50. Maripán) - Isla, Beausejour, Pulgar, Aránguiz (83. Castillo), Vidal - A. Sánchez (17.), E. Vargas
Gelbe Karten: Pezella, Paredes, Foyth, Tagliafico / Beausejour, Vidal, Pulgar
Rote Karten: Messi / Medel
Schiedsrichter: Mario Díaz de Vivar (Paraguay)

mrk



insgesamt 7 Beiträge
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conillet 06.07.2019
1. Gruselig!
Wenn Messis Berater es gut mit ihm meinen, sollten sie ihm den Rücktritt vom Rücktritt vom Rücktritt (aus der argentinischen Nationalmannschaft) empfehlen.
Lucybell 07.07.2019
2. Der Teufel und der Heilige
Messi ist nunmal nicht der unantastbare Heilige, wie viele ihn darstellen. Im vollen lauf beider Kontrahenten schubst Messi Medel impulsartig mit der Absicht, das letzterer gegen die Bande kollidiert, was an sich schon eine mehr als grenzwertige Unsportlichkeit ist. Das hätte übel enden können. Medel, den man nicht umsonst Pitbull nennt ist stabil und fällt zwar nicht, aber macht seinem Namen alle Ehre und es gibt das übliche Techtelmechtel mit Tuchfühlung. Schlussendlich ist Rot für beide vielleicht gerechtfertigt, aber auch ein bisschen überzogen.
janmaurischat 07.07.2019
3. Beachvolleyball WM in Deutschland??
Echt arm, dass auf der kompletten SPIEGEL ONLINE Seite nicht ein einziger Bericht der gesamten Beachvolleyball WM ist.?? Eine WM, die seit über einer Woche in Hamburg stattfindet und in der HEUTE ein Underdog-Team aus Deutschland im Finale steht. Geht's noch SPIEGEL ONLINE ??? ?? Gründe?
quacochicherichi 07.07.2019
4.
Zitat von LucybellMessi ist nunmal nicht der unantastbare Heilige, wie viele ihn darstellen. Im vollen lauf beider Kontrahenten schubst Messi Medel impulsartig mit der Absicht, das letzterer gegen die Bande kollidiert, was an sich schon eine mehr als grenzwertige Unsportlichkeit ist. Das hätte übel enden können. Medel, den man nicht umsonst Pitbull nennt ist stabil und fällt zwar nicht, aber macht seinem Namen alle Ehre und es gibt das übliche Techtelmechtel mit Tuchfühlung. Schlussendlich ist Rot für beide vielleicht gerechtfertigt, aber auch ein bisschen überzogen.
Jetzt mal ehrlich, rot für das schubserchen? Oder dafür, dass er nicht zu Boden geht als ihn Medel attackiert? Gelb für beide hätte gereicht, rot für Medel und gelb für Messi wäre in meinen Augen die richtige Entscheidung gewesen. Aber sie spielen in Bolsonaro-Land, da wundert mich nichts mehr. Den Final brauchen sie auch nicht mehr spielen, der Sieger steht schon fest.
doktordoktormueller 07.07.2019
5. Schauspielert er und lässt sich fallen
gibt es kein Rot für ihn, sondern nur für den anderen. Schlussfolgerung: besser schauspielern und den sterbenden Schwan geben in einer solchen Situation als stehen zu bleiben.
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