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IAA-Blog: Mini mag keine Mode mehr

Foto: Jürgen Pander

IAA-Blog Mini sucht den Sinn

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Mini - das war die Marke für die coolen Trends. Doch wer "in" ist, ist schnell auch wieder "out". Deshalb will die BMW-Tochter nicht mehr jede Mode mitmachen. Aber ist das nicht gerade schwer angesagt?

"Als wir 2001 mit dem Neustart von Mini auf den Markt kamen, war alles auf schnellen Konsum ausgerichtet", sagt Mini-Markenchef Sebastian Mackensen. Mini inszenierte sich als feierwütige Eventmarke. Aber so spricht man in Zeiten von fair gehandeltem Kaffee oder T-Shirts aus Bio-Baumwolle das Zielpublikum nur noch bedingt an.

"Wir entwickeln uns mit unseren Kunden weiter", sagt Mackensen. "Heute geht es um Sinn und Relevanz, und das spiegelt sich im neuen, klaren, reduzierten Erscheinungsbild von Mini wider." Also: Mini hat ein neues, schlichtes Logo mit schwarzen Buchstaben auf weißem Hintergrund. Statt einer schwarzen Party-Location setzt der neue Messestand auf Backsteinmauern, Holzboden und Blumendeko - und eine neue Kollektion an Accessoires.

Die "Gentleman's Collection" umfasst beispielsweise Taschen aus Neopren und Wolle, Filzhüte, klassische Rasiersets, Filzhüte und ein Patschuli-Parfüm - lauter Dinge im Retro-Look, die aussehen, als hätte Mini ein Lager von Manufactum geplündert.

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Mini gibt sich nachdenklich, die fröhliche Partystimmung ist umgezogen - auf der IAA ganz konkret in die Nachbarhalle zu Citroën. Die Markenchefin der französischen Marke, Linda Jackson, verströmt während der Präsentation der Cabrio-Studie Cactus M eine fast schon guruhafte Beschwingtheit. Erst einmal hält Frau Jackson fest, dass Citroën keinen Trends hinterherlaufe, sondern sie definiere. Citroën-Kunden sollen nicht nur ein Auto kaufen, sondern dabei und vor allem danach auch "entspannt und total happy sein". Jackson: "Unsere Kunden werden sich einfach gut fühlen, das verspreche ich."

Auf dem Citroën-Messestand funktioniert das schon mal. Der ist hell und luftig. Gegen so viel Optimismus wirkt die neue Mini-Identität geradezu schwermütig. Aber vielleicht interessieren sich die meisten IAA-Besucher ja ohnehin mehr für die Autos.