Theodor-Wolff-Preis Autoren von "Zeit", "FAS" und "SZ-Magazin" geehrt

Sie schrieben über aktuelle Krisen, den Zweiten Weltkrieg und einen engagierten Kriminalhauptmeister: Sechs deutsche Journalisten werden mit dem Theodor-Wolff-Preis ausgezeichnet.


Sechs Journalisten werden in diesem Jahr vom Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDVZ) mit dem Theodor-Wolff-Preis ausgezeichnet.

Für ihr Lebenswerk wird Barbara Sichtermann gewürdigt. Die Journalistin und Schriftstellerin sei eine "ebenso geistreiche wie streitbare Autorin, die sich immer wieder für Chancengleichheit von Männern und Frauen" einsetze.

In der Sparte "Lokaljournalismus" werden Tobias Großekemper ("Ruhr-Nachrichten"/Dortmund) und Rudi Kübler ("Südwest Presse"/Ulm) ausgezeichnet. Großekemper habe "offen und unvoreingenommen die Frage gestellt, warum in seiner Stadt Bürger Rechtsradikale wählen". Kübler habe in dem detailreichen Online-Beitrag "Die Nacht der 100.000 Bomben" mithilfe von Zeitzeugen den 17. Dezember 1944 in Erinnerung gerufen, als 330 britische Bomber Ulm in Schutt und Asche legten.

Roland Schulz und Konrad Schuller gewannen in der Kategorie "Reportage/Essay/Analyse". Schulz ("SZ-Magazin"/München) porträtierte in "Die Polizei, dein Freund und Vater" einen Kriminalhauptmeister, der zwei Jungen adoptierte, deren Mütter von den eigenen Vätern ermordet wurden. Schuller ("Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung") hat in "Dann nehmen sie Anlauf und werfen" laut Jury "fesselnd und authentisch" Menschen beschrieben, die in Kiew für ihre Stadt und ihr Land kämpften.

In der Kategorie "Meinung/Leitartikel/Kommentar/Glosse" wird der Beitrag "Die Welt ist verrückt - und was machen wir" von Bernd Ulrich ("Die Zeit"/Hamburg) ausgezeichnet. Der Autor habe geschliffen und präzise die Vielzahl der Krisen von der Ukraine über Gaza bis zu Syrien und dem Irak analysiert - und den Westen aufgefordert, seinen Blick darauf zu prüfen.

Für den Journalistenpreis der Deutschen Zeitungen gab es dieses Jahr 395 Bewerber. Der mit je 6000 Euro dotierte Preis wird am 9. September in Koblenz verliehen.

Der Theodor-Wolff-Preis erinnert an den Chefredakteur des "Berliner Tageblatts". Wolff floh 1933 vor den Nazis nach Frankreich, wurde dort der Gestapo ausgeliefert und starb 1943 in Berlin.

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