Zagreb - Die mächtige katholische Kirche in Kroatien protestiert gegen die Pläne der sozialdemokratischen Regierung, Sexualkundeunterricht an den Schulen anzubieten. Hohe Kirchenvertreter kritisieren, die neuen Lehrpläne "über Sex von Minderjährigen, Masturbation, Pornografie, Empfängnisverhütung und Abreibung" verdürben die Jugend. Sie enthielten "absolut unannehmbare Positionen zur Sexualität und zur Ehe im Gegensatz zur christlichen Anthropologie und zum Wesen des kroatischen Volkes".
In Kroatien tobt seit Tagen ein Streit zwischen dem Staat und der Kirche um den neuen Sexualkundeunterricht. Zu Weihnachten hatten die Bischöfe in Supermärkten und an Kiosken Protestflugblätter verteilen lassen.
Die Regierung halte trotz massiver Kritik von Kardinal Josip Bozanic am Lehrplan fest, berichteten die Zeitungen in Zagreb am Donnerstag übereinstimmend. "Die Kirche hat in den Schulen nichts zu suchen", sagte Bildungsminister Zeljko Jovanovic.
heb/dpa
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