Fußball-EM Randale in Frankfurt und Klagenfurt
Hamburg - Die Polizei ging mit Schlagstöcken und Pfefferspray gegen Anhänger der türkischen Nationalmannschaft vor. Etwa 200 offensichtlich frustrierte Anhänger hatten in Frankfurt nach dem 0:2 zum EM-Auftakt gegen Portugal Polizisten mit Flaschen und Steinen attackiert, berichtete die Polizei am Sonntag. Eine Polizistin wurde leicht verletzt, von zwei Randalierern wurden die Personalien aufgenommen. Etwa 6500 Zuschauer hatten das Spiel beim Public Viewing in der Innenstadt verfolgt. Das Eröffnungsspiel Schweiz gegen Tschechien (0:1) lief laut Polizei ohne Zwischenfälle ab.
Auf der Klagenfurter Fanmeile waren etwa zur gleichen Zeit deutsche und polnische Anhänger aneinander geraten. 17 Personen, darunter 8 Deutsche, wurden vorübergehend von der Polizei festgenommen. Deutsche Fans waren durch rassistische und anti-polnische Gesänge negativ aufgefallen. Gegen 21 Uhr seien rund hundert polnische Fans mit rund hundert Deutschen in Streit geraten, berichtete die Polizei in Kärnten. Die Beamten seien wegen der aufgeheizten Stimmung eingeschritten, um eine Eskalation zu verhindern. Die folgenden Auseinandersetzungen waren auch von einigen der etwa 300 deutschen Einsatzkräfte vor Ort unterbunden worden. In Basel wurden nach der 0:1-Niederlage gegen Tschechien zwölf Personen "wegen Randalierens und Gewalt gegen Beamte" in Gewahrsam genommen, drei blieben vorläufig in Haft.
Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) erwartet nach Angaben seines Sicherheitsbeauftragten Helmut Spahn heute in Klagenfurt bis zu 30.000 deutsche Anhänger ohne Tickets. Wie viele Fans aus Polen ohne eine gültige Eintrittskarte anreisen werden, könne man noch nicht sagen.
"Wir sind bestens auf alle Eventualitäten vorbereitet und gehen nach unseren Erkenntnissen davon aus, dass es ruhig bleibt und es keine Probleme gibt", sagte Spahn. Nach dem Vorrundenspiel zwischen beiden Teams bei der WM 2006 in Deutschland hatte es in Dortmund die schwersten Ausschreitungen während der Endrunde gegeben. Über 400 Personen waren nach Krawallen in der Innenstadt in Gewahrsam genommen worden.
Auch die Stadt Wien sieht sich heute einer großen sicherheitspolitischen Herausforderung gegenüber. Alleine 50.000 kroatische Fans werden zum Spiel im Ernst-Happel-Stadion gegen Österreich in der Hauptstadt erwartet. Rund 1800 zusätzliche Polizisten und 90 szenekundige Beamte werden im Einsatz sein.
mac/mig/sid/dpa/ddp