Urteil des DFB-Bundesgerichts: Nachreiner kritisiert verkürzte Lewandowski-Sperre

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BVB-Stürmer Lewandowski: Zwei Tore gegen Hannover

Die Verkürzung der Sperre von BVB-Stürmer Robert Lewandowski verrücke die gesamte Rechtsprechung im Sport, kritisiert der Vorsitzende des DFB-Kontrollausschusses, Anton Nachreiner. Am Freitag hatte das Bundesgericht das Strafmaß nachträglich reduziert - sehr zum Unmut anderer Bundesligisten.

Hamburg - Anton Nachreiner, Vorsitzender des DFB-Kontrollausschusses, kann die Reduzierung der Sperre von Robert Lewandowski, Stürmer von Borussia Dortmund, nicht nachvollziehen. "Dieses unverständliche Urteil verrückt die gesamte Rechtsprechung", sagte Nachreiner dem Sport-Nachrichtensender Sky Sport News HD.

Er müsse seine Aufgabe und das Strafmaß ab sofort neu überdenken, Lewandowskis Foul sei eine klare Drei-Spiele-Sperre gewesen, sagte Nachreiner. "Das haben alle so gesehen, außer das Bundesgericht und natürlich sein Verein Borussia Dortmund. Ich kann den Aufschrei in der Liga verstehen. Ich bin genauso enttäuscht."

Lewandowski hatte bei der 1:4-Heimniederlage des BVB am 9. Februar gegen den Hamburger SV nach einem rohen Einsteigen gegen den Norweger Per Skjelbred die Rote Karte (31. Minute) gesehen und war daraufhin für drei Spiele gesperrt worden. Das DFB-Bundesgericht hatte die Strafe am vergangenen Freitag allerdings auf zwei Spiele reduziert, so dass der polnische Nationalspieler bereits am 24. Spieltag gegen Hannover 96 wieder auflaufen konnte - und gleich zwei Tore zum 3:1-Erfolg beisteuerte.

Allerdings habe der Pole nicht so heftig gefoult wie anfänglich angenommen, urteilte jetzt Goetz Eilers, Vorsitzender des Gerichts nach der dreistündigen Verhandlung in Frankfurt: "Es war kein Tritt. Eine Sperre von zwei Spielen erscheint schuldangemessen."

psk/sid

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1. Aussage des Gefoulten
Psychofred 04.03.2013
Herr Nachreiner sollte sich tatsächlich Gedanken über die Qualität seiner Arbeit machen. Scheinbar hat er Skjelbred bei der Vernehmung nicht zugehört ("Ich habe gedacht, es gibt die Gelbe Karte"). Wie könnte er sonst jetzt behaupten "Das haben alle so gesehen, außer das Bundesgericht und natürlich sein Verein Borussia Dortmund. Ich kann den Aufschrei in der Liga verstehen. Ich bin genauso enttäuscht."...
2. so isses und so bleibts,
zwiebel1896 04.03.2013
in engen Hosen reibts! Genauso isses, dass es Vereine gibt, bei denen "Rechtsprechung" ein anderes Maß erfährt als bei anderen Vereinen... Gutes Beispiel: die (Gelb-)Rote Karte von Huszti nach dem Trikot-Ausziehen und auf den Zaun Springen beim Torjubel. eigentlich hätte eine gelbe ausgereicht. Denn er bekamm zwei Karten für "ein" Vergehen (unangepasster Torjubel), hätte er die erste fürs ausziehen bekommen, bevor er auf den Zaun kletterte, hätte er es sich bestimmt nochmal überlegt...
3.
thetroglo 04.03.2013
Das Verkürzen der Sperre ist genauso wie das Verhalten von Borussia Dortmund eine absolute Frechheit. Ich glaube, bis auf einige verblendete BVB-Anhänger und den stets beleidigten Jürgen Klopp gibt es wohl niemanden auf diesem Planeten, der eine 3-Spiele-Sperre für zu hart hält. Durch die erfolgte Anpassung der Sperre stellt man außerdem das brutale Foul von Lewandowski auf eine Stufe mit dem Trikotzupfer von Madlung letzte Woche. Das gab nämlich auch eine Sperre von zwei Spielen. Dabei ist es meiner Meinung nach auch egal, was der Gefoulte sagt. Ist doch klar, dass man sich unter Kollegen nicht gegenseitig ans Bein pinkelt. Und nehmen wir mal an, ein Verein aus dem Niemalsland der Tabelle a la Mainz oder Nürnberg hätte den Protest eingelegt, so müssten sich die zuständigen Richter wohl vor lauter Lachen die Tränen aus den Augen wischen um den Schlitz des Aktenvernichters zu treffen. Ich hoffe, dass nun jeder Verein immer Klage gegen jedes Urteil einreicht. Nur so wird das Thema prominent genug, um wirklich zur Sprache zu kommen. Der normale Sportschaugucker hat doch von all dem nichts mitbekommen...
4.
socsss 04.03.2013
Zitat von zwiebel1896in engen Hosen reibts! Genauso isses, dass es Vereine gibt, bei denen "Rechtsprechung" ein anderes Maß erfährt als bei anderen Vereinen... Gutes Beispiel: die (Gelb-)Rote Karte von Huszti nach dem Trikot-Ausziehen und auf den Zaun Springen beim Torjubel. eigentlich hätte eine gelbe ausgereicht. Denn er bekamm zwei Karten für "ein" Vergehen (unangepasster Torjubel), hätte er die erste fürs ausziehen bekommen, bevor er auf den Zaun kletterte, hätte er es sich bestimmt nochmal überlegt...
Huszti hat damals zwei getrennt Vergehen begangen, für die er jeweils verwarnt wurde - und nach den Regeln auch jeweils einzeln verwarnt werden musste. So blöd die Szene auch war, das war schon korrekt. Abgesehen davon ist dies mit diesem Fall natürlich überhaupt nicht vergleichbar, weil es eine (richtige) Tatsachenentscheidung auf dem Platz war und es bei Lewandowski um die Höhe des Strafmaßes nach (ebenfalls richtiger) Bestrafung ging. Und da finde ich zwei Spiele angesichts des Fouls und der Vergleiche mit anderen Fouls, auch angesichts der Aussagen des Gefoulten (s.o.) schon sehr angemessen. Dass das allerdings in zweiter Instanz so entschieden wurde... Andererseits ist sie natürlich genau dafür auch da. Als Hannoveraner fänd ichs trotzdem ärgerlich. Oder als Kießling, Mandzukic oder so...
5. pech gehabt , herr nachrainer und
viceman 04.03.2013
Zitat von sysopGetty ImagesDie Verkürzung der Sperre von BVB-Stürmer Robert Lewandowski verrücke die gesamte Rechtssprechung im Sport, kritisiert der Vorsitzende des DFB-Kontrollausschusses, Anton Nachreiner. Am Freitag hatte das Bundesgericht das Strafmaß nachträglich reduziert - sehr zum Unmut anderer Bundesligisten. Anton Nachreiner kritisiert Verkürzung der Sperre von Lewandowski - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/sport/fussball/anton-nachreiner-kritisiert-verkuerzung-der-sperre-von-lewandowski-a-886739.html)
hannover wohl auch. es steht jedem club frei noch die nächste instanz anzurufen.das hätte in anderen fällen evtl. auch etwas gebracht.gerade wenn der gefoulte noch für den gesperrten spieler aussagt.im übrigen 2 spiele aussetzen, das passt schon....
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