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Manipulation: Wissenschaftsverlag zieht 64 Studien zurück

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Erfundene Gutachten: Ob die Autoren der Studien von der Manipulation wussten, sei noch unklar Zur Großansicht
Corbis

Erfundene Gutachten: Ob die Autoren der Studien von der Manipulation wussten, sei noch unklar

Agenturen haben offenbar die Begutachtung wissenschaftlicher Studien manipuliert: Ihre Mailadressen führten nicht zu Forschern, sondern zu Fälschern. Ein Fachverlag zieht die Studien zurück.

Der Wissenschaftsverlag Springer zieht 64 wissenschaftliche Studien aus seinen Fachmagazinen zurück. Gutachten, die die Studien überprüfen sollten, stellten sich als erfunden heraus, gab der Verlag bekannt.

Im Fokus stehen Agenturen, die Wissenschaftler beim Verfassen ihrer Arbeiten unterstützen, um etwa die Sprache zu verbessern. Springer vermutet, dass einige dieser Agenturen versucht hätten, in den Begutachtungsprozess einzugreifen. Ob die Autoren der Studien von der Manipulation wussten, sei noch unklar.

Bei den Begutachtungen, den sogenannten Peer Reviews, werden wissenschaftliche Arbeiten von unabhängigen Gutachtern überprüft, zumeist handelt es sich um Forscher aus dem gleichen Wissenschaftsbereich. Um Gutachter mit dem nötigen Fachwissen zu finden, gaben die Verlage den Autoren die Möglichkeit, selbst Gutachter vorzuschlagen. Schließlich wissen diese gut, wer das nötige Fachwissen besitzt.

Bei den Vorschlägen seien in mehreren Fällen falsche Mailadresse eingereicht worden, die zwar teilweise die Namen realer Wissenschaftler nutzten, aber nicht ihnen gehörten. Die Gutachten stammten daher aus einer unbekannten Quelle. Die Arbeiten werden als nicht begutachtet gewertet.

Schon im November vergangenen Jahres seien erstmals gefälschte Mailadressen aufgefallen. Daraufhin seien alle Magazine von Springer systematisch nach Manipulationen durchsucht worden, meldete der Verlag. Im März zog BioMed Central, ein Tochterverlag von Springer, bereits 43 Studien zurück. Nun folgten 64 weitere Studien aus insgesamt zehn Magazinen.

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insgesamt 11 Beiträge
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1. unglaublich
herm16 20.08.2015
gibt es eigentlich keine Moral mehr. Schlimm ist auch, dass irgendjemand, abgeschlossene Arbeiten, wieder in die Hand nehmen muss. Dies geschieht immer mehr auch in anderen Firmen. Folge entnervte Mitarbeiter, das Tagesgeschäft bleibt liegen, Folge ist Stress.
2. Kein Wunder
Georg_Alexander 20.08.2015
wenn der Autor des zu prüfenden Beitrags selbst seinen Reviewer per E-Mail-Link vorschlagen kann. Die Springer-Redaktion scheint da etwas vertrauensseelig zu sein. Das ist in etwa so, als ob ich auf den Link einer "wichtigen Bankmitteilung" zwecks Überprüfung meiner PIN/TAN klicke...
3. Schon Ben Goldacre
practicus 20.08.2015
hat in seinem Buch "Die Pharmalüge" auf vorgefertigte Pseudostudien hingewiesen, die von irgenwelchen Auftragschreibern der beteiligten Industrie komplett vorgefertigt und dann gegen ein ordentliches Honorar durch die Unterschrift eines "Meinungsbildners" zur vermeintlichen "Wissenschaft" geadelt werden. Will sich jemand mit dem Doktortitel schmücken, gilt so etwas als zutiefst verwerflich, steht erst einmal der "Prof" vor dem Namen, ist das völlig normal und bleibt folgenlos... Solange die Eurokraten in Brüssel solches Gebaren durch Verhinderung einer umfassenden Veröffentlichungspflicht unterstützt, wird sich auch nichts daran ändern.
4.
jj2005 20.08.2015
Zitat von Georg_Alexanderwenn der Autor des zu prüfenden Beitrags selbst seinen Reviewer per E-Mail-Link vorschlagen kann. Die Springer-Redaktion scheint da etwas vertrauensseelig zu sein. Das ist in etwa so, als ob ich auf den Link einer "wichtigen Bankmitteilung" zwecks Überprüfung meiner PIN/TAN klicke...
Merkwürdig in der Tat! Springer schreibt: "The peer-review process is one of the cornerstones of quality, integrity and reproducibility in research, and we take our responsibilities as its guardians seriously." Nö, seriös war genau das eben nicht! Weiter: "We have been in contact with the corresponding authors and institutions concerned, and will continue to work with them." M.a.W. "das war unsauber, guter Freund, beim nächsten Artikel passen wir etwas besser auf". Das ist keine angemessene Reaktion auf handfesten Betrug. Es scheint sich da vorwiegend um medizinische Studien zu handeln, vielleicht sollte sich die Staatsanwaltschaft mal endlich in Marsch setzen?
5. gefakte E-Mail Adressen
mintie 20.08.2015
Was für ein bescheuertes System! Ganz schön naiv die Jungs vom Springer-Verlag oder einfach nur zu bequem...
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