

Mobiler Hirnscanner: Helm mit Einblicken
Medizintechnik Mit diesem Hirnscanner kann man sogar Tischtennis spielen
Wenn Gehirnzellen arbeiten und miteinander kommunizieren, entstehen elektrische Impulse. Die wiederum erzeugen Magnetfelder. Und diese sind auch außerhalb des Schädels messbar - zum Beispiel mit einem MEG-Scanner. MEG steht dabei für Magnetoenzephalografie.
Ein solches Gerät ist für Mediziner ziemlich nützlich. Es ermöglicht einen Blick ins Innere unseres Schädels auf die darin stattfindenden Aktivitäten. Welche Bereiche aktiv sind, während wir sprechen oder uns bewegen, lässt sich so anzeigen.
Doch seitdem die Geräte Ende der Sechzigerjahre am Massachusetts Institute of Technology in Boston entwickelt wurden, ließ sich das Potenzial dieser Technik nicht vollständig abrufen. Zum einen mussten die Patienten in den Geräten sehr still sitzen - kleinen Kindern fällt das traditionell schwer, und auch Menschen, die unter Parkinson oder epileptischen Anfällen leiden.
Die Messsensoren in den Geräten benötigen zudem eine Arbeitstemperatur von minus 269 Grad Celsius - das erfordert aufwendige Kühltechnik. Deshalb sind Magnetoenzephalografie-Geräte groß und klobig, sie wiegen etwa eine halbe Tonne. Bisher.


Mobiler Hirnscanner: Helm mit Einblicken
Forscher von der britischen University of Nottingham haben nun ein mobiles Gerät entwickelt, es wurde in der Fachzeitschrift "Nature" vorgestellt . Es kann erfassen, was im Kopf passiert, während wir etwa Billard spielen.
Die Kopfhaube erinnert ein wenig an den Helm eines antiken Kriegers - diese Kunststoffbasis wurde per 3D-Druck hergestellt. Zudem messe die neue Technik sogar noch sensibler als die der bisherigen Standgeräte, da die Sensoren nun deutlich näher am Kopf platziert werden können.

Standard-MEG-Scanner
Foto: WellcomeBereits vor einiger Zeit konnten Forscher die Sensoren miniaturisieren. Die komplizierte Kühlung fällt dort nämlich weg, das neu entwickelte Gerät funktioniert bei Zimmertemperatur. Zudem kann jetzt der Kopf bewegt werden - auch das Stillsitzen fällt weg. Wie die Forscher schreiben, sei es in Tests sogar möglich gewesen, es bei Tischtennisspielern einzusetzen.
Derzeit arbeiten die Forscher an weiteren Modellen mit anpassbarer Haube - ähnlich einem Fahrradhelm. Dann kann das Gerät leicht an die jeweilige Schädelgröße angepasst werden. "Wir werden nun in der Lage sein, die Gehirnfunktion bei vielen Menschen zu untersuchen, die bis jetzt äußerst schwierig zu scannen waren - einschließlich Kindern und Patienten mit Bewegungsstörungen", sagt Projektleiter Gareth Barnes. "Das Gerät könnte das gesamte Hirn-Scanning revolutionieren."