Ausbildung bei der Bundeswehr Kurdischer Kämpfer an der Gulaschkanone
Peschmerga-Kämpfer zu Besuch in der Lucius-D.-Clay-Kaserne bei Bremen: Kochen mit der Feldküche
Foto: Christopher PiltzBremen - Chakdar, Soldat bei den kurdischen Peschmerga, lernt mit der Taktischen Feldküche 250 zu kochen - eher bekannt als "Gulaschkanone". Eine Woche lang unterrichten Bundeswehrsoldaten der Lucius-D.-Clay-Kaserne bei Bremen die kurdischen Kämpfer. Auch das gilt als Teil des Krieges gegen den Islamischen Staat (IS). Sein Erlebnisbericht:
"Vor einer Woche noch habe ich gegen IS-Terroristen gekämpft. Ich war einen Monat lang an der Front bei Mossul stationiert. Viele Kameraden sind gefallen. Wir Peschmerga müssen aufrüsten. Die Bundeswehr liefert uns nicht nur G3-Sturmgewehre und Panzerfäuste, sondern auch Feldtragen, Schutzwesten - und 25 Feldküchen. Die brauchen wir dringend. Das Kriegsgebiet ist sehr gebirgig, dort fällt die Versorgung der Soldaten oft schwer. Ich habe selbst stundenlang auf Essen warten müssen. Nun können wir direkt hinter der Front kochen, pro Küche bis zu 600 Mahlzeiten. Für mich ist die Küche ebenso wichtig wie eine Waffe.
Soldaten können nicht kämpfen, wenn sie Hunger haben. Hier in der Kaserne lernen wir, Fladenbrot in der Backmuffe zu backen. Es ist ungewohnt, normalerweise backen wir auf heißem Stein. Im Kessel haben wir Birijani gekocht, Reis mit Fleisch und Gemüse. Wir bereiten nur kurdische Gerichte zu, das ist den Ausbildern der Bundeswehr wichtig.
Ich bin kein gelernter Koch. Aber viele unserer Feldköche können nicht lesen und schreiben, deswegen wurde ich nach Deutschland geschickt. Bevor der IS uns angegriffen hat, habe ich in der Verwaltung meiner Einheit gearbeitet. Dann musste ich an die Front. Mein Spitzname in meinem Bataillon lautet Chakdar, der Bewaffnete. Ich fürchte mich nicht vor dem Krieg oder den IS-Terroristen. Trotzdem wollen meine Offiziere nicht, dass ich meinen richtigen Namen nenne oder mein Gesicht fotografieren lassen. Sie haben Angst, dass Angehörige verfolgt werden.
Am Dienstag geht es zurück in den Krieg. Ich habe dann in sieben Tagen gelernt, die Feldküche richtig zu bedienen, sie in 20 Minuten abzubauen, die Plane richtig zu falten. Das werde ich an der Front Feldköchen beibringen. Ich telefoniere täglich mit meiner Frau, wir sind frisch verheiratet. Nur gestern haben wir nicht geredet, ich war zu erschöpft vom vielen Lernen. Heute war sie deswegen ziemlich sauer."