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03.03.2010
 

Solarförderung

Seehofer stemmt sich gegen Kürzung

Solaranlage: Widerstand gegen geplante Kürzungen Zur Großansicht
AFP

Solaranlage: Widerstand gegen geplante Kürzungen

Kaum hat das Kabinett die geplante Kürzung der Solarförderung durchgewunken, bahnt sich bereits Ärger an: Der bayerische Ministerpräsident Seehofer kündigt Widerstand an. Durch die Senkung sieht er "die Gefahr schwerer Marktverwerfungen".

Berlin/München - Seehofer ging mit seinem Protest an die Öffentlichkeit, nachdem das Bundeskabinett am Mittwoch die geplante Kürzung der Solarförderung abgesegnet hatte. Union und FDP hatten zuvor einen entsprechenden Kompromiss ausgehandelt. Er sieht unter anderem vor, dass die Hilfen für Dachanlagen zum 1. Juli um 16 Prozent sinken und für die meisten Freiflächen um 15 Prozent.

Die angestrebte Senkung sei zu hoch und setze die falschen Schwerpunkte, sagte Seehofer zum Auftakt der Internationalen Handwerksmesse in München. Bayern werde alle Hebel in Bewegung setzen, um noch Änderungen zu erreichen. "Eine zu abrupte und drastische Kürzung birgt die Gefahr schwerer Marktverwerfungen und bedeutet den Verlust wertvoller Arbeitsplätze in einer hochmodernen Branche", erklärte der CSU-Chef.

Gerade für das Handwerk sei die Kürzung ein echtes Problem. Es wäre auch falsch, wenn der Bau von Solaranlagen auf Freiflächen durch eine zu radikale Reduktion der Fördersätze völlig zum Erliegen käme, meinte Seehofer. Unterstützung bekam er von Grünen-Chef Cem Özdemir und Wirtschaftsvertretern.

Er wünsche der CSU Erfolg, damit sie den "Sachverstand" in die Bundesregierung hineintrage, erklärte Özdemir. Auf diese Weise könne "das Schlimmste" verhütet werden. Handwerkspräsident Otto Kentzler forderte, über die Höhe der Kürzungen müsse noch einmal geredet werden.

Entwurf Ende März im Bundestag

Bundesumweltminister Norbert Röttgen nannte den Entwurf dagegen "ausgewogen". Sein Ressort hatte von Kosten von 57 Milliarden Euro für die nächsten zehn Jahre gesprochen, die mit der Reform nun um jährlich eine Milliarde Euro gesenkt werden sollten.

Die Förderkürzung ist für weite Teile der Branche faktisch deutlich geringer, als der Beschluss kommuniziert. Denn durch eine Eigenverbrauchsregel wird im Gegenzug zu den Kürzungen die Förderung von Strom, der nicht ins Netz gespeist wird, ausgebaut.

Der Kompromiss zur Reform des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) soll Ende März in den Bundestag eingebracht werden. Das Kabinett beschloss aber keinen üblichen Gesetzentwurf, sondern verabschiedete eine "Formulierungshilfe" an die Koalitionsfraktionen. Diese können mit einem eigenen Gesetzentwurf das Verfahren beschleunigen, so dass die Kappungen ab Juli greifen können.

Die Solarhilfen waren in die Kritik geraten, da die Kosten für Solarmodule stark gesunken sind und somit eine "Überförderung" der Anlagenbetreiber moniert wurde. Die bisher garantierten Abnahmepreise hatten einen Boom ausgelöst, der von allen Stromverbrauchern bezahlt werden muss. Denn diese zahlen die Solarförderung über Aufschläge auf ihre Stromrechnung.

Der deutsche Solarmarkt ist wegen der Förderung der größte weltweit. Die Branche mit Schwerpunkt in Ostdeutschland hat die Kappungen heftig kritisiert und als Zerschlagung einer Zukunftsindustrie mit 55.000 Arbeitsplätzen bezeichnet. Trotz der Förderung beträgt der Anteil von Solarstrom nur ein Prozent am Verbrauch.

mmq/dpa/Reuters/ddp

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insgesamt 15 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
03.03.2010 von Krolog: Verschwendung

Die ganzen Milliarden, die in die PV gehen sind durch überhöhte Stromrechnungen vom Verbraucher finanziert worden. Was dem Verbraucher an Geld fehlt, kann er nicht anderweitig ausgeben, was ebenfalls Arbeitsplätze kostet. Nur, [...] mehr...

03.03.2010 von larsg: allerletzter Unsinn?

Erstens, was ist fuer sie relativ gering? Zweitens, es ist eine Binsenweisheit, dass das Potential eines Energietraegers nicht nur von der Verfuegbarkeit, sondern auch vom Bedarf abhaengt. Beispiel: Hoehere Einstrahlungen [...] mehr...

03.03.2010 von larsg: Arbeitsplatzargument

Es ist ein Irrtum zu glauben, das Einspeisegesetz sei primaer zur Schaffung von Arbeitsplaetzen ausgelegt. Es geht um die vertraegliche Umstellung der Energieversorgung, um eine ploetzliche Umstellung zu vermeiden. Das durch [...] mehr...

03.03.2010 von jothees: Die gelbe Gefahr ????

[QUOTE=Schwencky;5128033]wir subventionieren doch aber bereits jetzt nicht deutsche Arbeitsplätze sondern allenfalls chinesische?! Und die Chinesen klettern hier auf den Dächern 'rum und montieren !!!! Das ist nämlich der [...] mehr...

03.03.2010 von Benjowi: Unsinn mit System!

Nachdem Solarstromerzeugung grundsätzlich in Deutschland wegen der relativ geringen Sonneneinstrahlung der allerletzte Unsinn ist, setzt diese sinnlose Subventionierung speziell dieser Art der Stromerzeugung dem Ganzen noch den [...] mehr...

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Was Solarstrom kostet

Im Jahr 2009 gingen in Deutschland Solaranlagen mit einer Gesamtleistung von 3000 Megawatt ans Netz. Dies entspricht 3.000.000 Kilowatt. Pro Kilowatt liegt der durchschnittliche Stromertrag - konservativ gerechnet - bei 900 Kilowattstunden im Jahr. Die Vergütung laut Erneuerbare-Energien-Gesetz ist für 20 Jahre garantiert. Sie beträgt - je nach Anlagengröße - 32 bis 43 Cent pro Kilowattstunde. Im Durchschnitt sind es rund 36 Cent.
Um die tatsächlichen Mehrkosten des Solarstroms zu ermitteln, muss man von diesem Wert den Börsenpreis für konventionellen Strom abziehen. Aktuell liegt dieser bei etwa 5 Cent pro Kilowattstunde, in den kommenden 20 Jahren dürfte er um jährlich fünf Prozent steigen. Damit ergibt sich ein durchschnittlicher Börsenpreis von 9 Cent je Kilowattstunde. Die Differenzkosten pro Kilowattstunde belaufen sich damit auf 36 Cent minus 9 Cent, also auf 0,27 Euro.
Damit lässt sich folgende Rechnung aufstellen: 3.000.000 kW * 900 kWh/kW pro Jahr * 20 Jahre * 0,27 Euro/kWh = 14,58 Milliarden Euro. Mit anderen Worten: Die Verbraucher müssen in den kommenden 20 Jahren mehr als 14 Milliarden Euro zahlen - wohlgemerkt: nur für die Anlagen, die 2009 ans Netz gingen. In heutigen Preisen entspricht dies einer Summe von 10,4 Milliarden Euro (bei einer großzügigen Abzinsung von jährlich vier Prozent).
Die entscheidende Größe ist dabei der Zubau neuer Solaranlagen im Jahr 2009, also 3000 Megawatt. Setzt man statt dieser tatsächlich erreichten Menge den Wert ein, den der Bundesverband Solarwirtschaft in seinen bisherigen Planungen angegeben hat - nämlich 682 Megawatt -, so ergeben sich abgezinste Gesamtkosten von lediglich 2,4 Milliarden Euro. Das heißt: Im Vergleich zur ursprünglichen Prognose müssen die Verbraucher gut viermal mehr zahlen.

Eckpunkte der Solarförderung

Die Koalition hat sich auf ein Paket geeinigt, mit dem die Förderung von Solarstrom gekürzt werden soll - die Eckpunkte im Überblick (Stand: 24 April 2010)

Dachanlagen

Eigenverbrauch

Ackerflächen

Freiflächen

Deckelung ab 2011

Deckelung ab 2012






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