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Formel 1 Heidfeld ersetzt Kubica bei Renault

Nun ist der Deal perfekt: Nick Heidfeld fährt in der kommenden Saison in der Formel 1. Er ersetzt bei Renault den schwer verunglückten Stammpiloten Robert Kubica. Der Pole befindet sich auf dem Wege der Besserung - nach einer fast achtstündigen Operation.
Formel-1-Pilot Heidfeld: "Er ist schnell, erfahren und versteht das Auto"

Formel-1-Pilot Heidfeld: "Er ist schnell, erfahren und versteht das Auto"

Foto: Mark Thompson/ Getty Images
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - Nick Heidfeld kehrt als Stammfahrer in die Formel 1 zurück. Er wird in der kommenden Saison bei Renault das Cockpit des schwer verletzten Robert Kubica übernehmen und damit Teamkollege des Russen Witali Petrow. Das bestätigte der Rennstall am Mittwoch, nachdem Heidfeld bei seinen "Bewerbungsfahrten" am Samstag in Jerez mit Tagesbestzeit beeindruckt hatte.

"Ich wäre gerne unter anderen Umständen zurückgekehrt. Aber ich bin stolz, dass ich diese Chance erhalte", sagte Heidfeld, der nach seinem Kurz-Comeback bei Sauber in den letzten fünf Rennen der vergangenen Saison vertragslos war. Der eigentliche Renault-Stammpilot Kubica war am 6. Februar bei einem Rallye-Gaststart in Italien schwer verunglückt und hatte sich zahlreiche Knochenbrüche in der rechten Hand, im Unterarm, Ellbogen und Fuß zugezogen. Wie lange der 26-jährige Pole, der früher bei BMW-Sauber Teamkollege von Heidfeld war, ausfallen wird, ist derzeit nicht absehbar.

Am Mittwoch ist Kubica ein drittes Mal operiert worden. Sein Gesundheitszustand sei nun stabil, versicherte der behandelnde Arzt Francesco Lanza im italienischen Pietra Ligure. "Uns ist gelungen, Kubicas Ellbogen zusammenzufügen", sagte der Mediziner und bezeichnete den knapp achtstündigen Eingriff als "sehr kompliziert". Der Ellbogen sei "in tausend Stücke zertrümmert worden".

Erfahrung und gute Testergebnisse gaben Ausschlag für Heidfeld

Den Ausschlag für Heidfeld als Kubica-Ersatz gaben seine Erfahrung und seine guten Ergebnisse bei den Testfahrten. "Wir haben Nick in Jerez letzte Woche eine Chance gegeben und er hat uns beeindruckt. Er ist schnell, erfahren, gibt sehr starkes technisches Feedback und versteht das Auto", sagte Renault-Teamchef Eric Boullier: "Wir wollten einen erfahrenen Piloten im Auto haben und wir haben das Gefühl, dass Nick der ideale Mann für diesen Job ist."

Heidfeld selbst fiebert dem Saisonstart am 13. März in Bahrain entgegen: "Das Auto ist innovativ. Ich bin extrem motiviert und kann den Saisonstart kaum noch erwarten." Er komplettiert das halbe Dutzend deutscher Fahrer in der Formel-1-Saison 2011. Angeführt wird das deutsche Sextett von Weltmeister Sebastian Vettel bei Red Bull, bei Mercedes fahren Rekordweltmeister Michael Schumacher und Nico Rosberg. Dazu kommen noch Adrian Sutil bei Force India und Timo Glock bei Virgin.

ham/sid/dpa