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Attraktive Partner Je hübscher der Enterich, desto dicker die Eier

Stockenten-Weibchen können die Eiergröße offenbar steuern - und so die Überlebenschancen der Küken beeinflussen. Je hübscher der Erpel, umso mehr Aufwand treiben die Tiere und umso größere Eier legen sie.
Stockenten-Küken: Attraktiver Papa sorgt für dicke Eier

Stockenten-Küken: Attraktiver Papa sorgt für dicke Eier

Foto: Carolyn Kaster/ AP
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

London - Weibliche Stockenten haben vor allem eines im Blick: den Schnabel ihres potentiellen Partners. Die Farbe des Erpel-Schnabels entscheidet darüber, für wie attraktiv sie ein Männchen halten. Ein kraftvoll leuchtender Schnabel beeinflusst sogar die Größe der Eier positiv und hängt mit einer höheren Konzentration an Abwehrstoffen im Eiweiß zusammen. Dies berichten Forscher um Mathieu Giraudeau von der Arizona State University in Tempe jetzt im Fachmagazin "Proceedings of the Royal Society".

Dem Schlüsselfaktor Schnabelfarbe kamen die Forscher mit einer gezielten Karotinoid-Diät bei den Erpeln auf die Spur. Damit machten sie die Färbung des Schnabels bei einigen Tieren künstlich intensiver. Die Grundlage für die schmückenden Farben bei den Stockenten der Gattung Anas platyrhynchos sind diese Karotinoide, natürliche Farbstoffe, die über die Nahrung aufgenommen werden und eine gelbe bis rötliche Färbung verursachen.

Die Forscher untersuchten nun, welchen Einfluss die unterschiedliche Schnabelfärbung der Erpel auf die Qualität der Eier bei den Gelegen ihrer Partnerinnen hatte. Ergebnis: Je intensiver die Schnabelfarbe, desto größere Eier legten die Weibchen - und die Konzentration an Abwehrstoffen im Eiweiß stieg an.

Karotinoide spielen auch eine wichtige Rolle im Abwehrsystem des Körpers. Erpel mit einer besonders kräftigen Schnabelfärbung tragen den Forschern zufolge die Veranlagung für ein gutes Immunsystem - eine erbliche Eigenschaft, die sich die Entenweibchen für ihren Nachwuchs wünschen. Deshalb bevorzugen sie Erpel mit schönen Schnäbeln bei der Partnerwahl, so die Erklärung der Wissenschaftler.

Küken, die aus großen Eiern schlüpfen, sind schwerer und haben bessere Überlebenschancen in den ersten Tagen nach dem Schlüpfen als ihre normalgewichtigen Altersgenossen. Auch die höhere Konzentration an Abwehrstoffen im Eiweiß ist ein Überlebensvorteil, da sie die Embryos vor Bakterienbefall schützt. Indem das Entenweibchen diese Prozesse steuert, beeinflusst es die Überlebenswahrscheinlichkeit der Nachkommen.

hda/dapd

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