Dreifachmord in Villingendorf Angeklagter gesteht Schüsse auf sechsjährigen Sohn

Wie ein "Roboter": Drazen D. hat vor Gericht gestanden, drei Menschen getötet zu haben - darunter seinen sechsjährigen Sohn. Der Angeklagte schilderte die Tat aus seiner Sicht.

Angeklagter Drazen D.
DPA

Angeklagter Drazen D.


Drazen D. hat im Prozess um einen Dreifachmord zugegeben, seinen Sohn erschossen zu haben. Er gestand auch die Tötung von zwei weiteren Menschen.

Die Anklage wirft ihm vor, im vergangenen Jahr drei Morde in Villingendorf, Baden-Württemberg, begangen zu haben, weil ihn seine Partnerin verlassen hatte. Er sei nicht mehr derselbe gewesen, sagte der 41-Jährige im Landgericht Rottweil. Er sei wie ein "Roboter" gewesen.

Außer dem sechsjährigen Kind waren am 14. September 2017 auch der neue Freund der Ex-Partnerin und dessen 29-jährige Cousine an den Schüssen gestorben. Der Angeklagte hatte im Prozess erst geschwiegen.

"Ich hatte nicht vor, jemanden zu erschießen", sagte der Kroate nun. Er habe eigentlich seine Ex-Partnerin - die Mutter des Sohnes - zur Rede stellen wollen. Überrascht habe ihn, dass deren neuer Freund und ihre Cousine dabei waren. Aus Hass auf den neuen Partner habe er dann geschossen.

In die Wohnung geschlichen

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass D. seiner Ex-Partnerin durch die Tat Leid zufügen wollte, weil er die Trennung vom Februar 2017 nicht akzeptierte. Die Frau verschonte er bei der Tat nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft bewusst - um ihr durch den Tod ihrer Angehörigen Leid zuzufügen. Nach fünftägiger Flucht war der Mann gefasst worden.

D. soll sich am Abend der Einschulungsfeier kurz nach 21.30 Uhr an die Terrasse der Wohnung seiner Ex-Partnerin und ihres neuen Freundes herangeschlichen haben. Dort hielten sich die Erwachsenen auf. Zuerst habe er auf den Mann, dann auf dessen Cousine geschossen.

Im Wohnzimmer der Einliegerwohnung soll der Angeklagte dann dreimal auf den Jungen geschossen haben. "Er wusste, dass er ihn töten würde - und darauf kam es ihm an", sagte ein Staatsanwalt. Er habe heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen gehandelt. Deshalb lautet die Anklage auf Mord.

jpz/dpa



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