Prozess gegen Hertha-Funktionär Maik Franz will sein Geld zurück

Maik Franz
Foto: Hannibal Hanschke/ dpaSchlammschlacht vor dem Berliner Landgericht: Einst spielte Ex-Bundesliga-Profi Maik Franz für Hertha BSC, heute verklagt er den Vize-Präsidenten des Klubs, Thorsten Manske, auf Schadensersatz. Es geht um mehr als 600.000 Euro, die Franz, 36, mit riskanten Geldanlagen verloren haben will. Manske, früher sein Steueranwalt, soll mit seinen Empfehlungen Franz in die verlustreichen Deals hineingetrieben haben.
Dabei, so die Klage, habe Manske verschwiegen, dass er Provisionen von einem Finanzmakler kassierte, der die Geldanlagen vertrieb. Die Investments, darunter ein Schiffsfonds, der inzwischen pleite ist, stammen aus einer Zeit, als Franz noch beim Karlsruher SC spielte. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)
Ein Gütetermin am vergangenen Dienstag vor dem Landgericht Berlin ist nach SPIEGEL-Informationen gescheitert; der Richter kündigte an, in die Beweisaufnahme zu gehen. Manske hat dem Gericht bestätigt, dass er tatsächlich Prämien kassiert hat. Er bestreitet aber, dass er Franz in Vermögensfragen betreut und ihm zum Kauf der Risiko-Papiere geraten habe.
Eine zweite Klage gegen Manske liegt bereits vor
Die Provisionen will Manske lediglich dafür erhalten haben, dass er einen Kontakt zwischen dem Finanzmakler und dem bekannten Berliner Spielerberater Jörg Neubauer hergestellt habe. Neubauer war über viele Jahre auch der Berater von Franz. Nach Angaben von Hertha-Vize Manske kassierte Neubauer ebenfalls Provisionen von dem Finanzmakler.
Der Anwalt des Spielers, Peter-Michael Diestel, teilte mit, dass es mehr als zehn weitere, ähnlich gelagerte Fälle gebe und eine Kette von Prozessen mit anderen geschädigten Spielern folgen könnte. Eine zweite Klage gegen Manske liegt bereits vor. Spielerberater Neubauer wollte sich auf Anfrage des SPIEGEL ebenso wenig äußern wie Manske und der Finanzmakler.