Zweiter Dopingfall Russlands bestätigt Bobpilotin verzichtet auf B-Probe

Am zweiten russischen Dopingfall in Pyeongchang gibt es keine Zweifel mehr. Der Sportgerichtshof Cas bestätigte die Diqualifikation von Bobpilotin Nadeschda Sergejewa. Sie muss das Olympische Dorf verlassen.

Nadeschda Sergejewa
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Nadeschda Sergejewa


Die russische Bobpilotin Nadeschda Sergejewa ist bei den Olympischen Winterspielen des Dopings überführt worden. Die 30-Jährige verzichtete auf die Öffnung ihrer B-Probe, gab ihre Akkreditierung zurück und hat das Olympische Dorf verlassen. Die Ad-hoc-Kammer des Internationalen Sportgerichtshofs Cas bestätigte den Vorfall.

In der A-Probe der Zwölftplatzierten des Zweierbob-Rennens war nach Angaben der Delegation der Olympischen Athleten aus Russland (OAR) die verbotene Substanz Trimetazidin gefunden worden. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) äußerte sich nicht und verwies auf das OAR-Team.

Es ist der zweite russische Dopingfall bei diesen Winterspielen. Zuvor hatte der russische Curler Alexander Kruschelnizki seine Bronzemedaille aus dem Mixed-Wettbewerb zurückgegeben. Nach dem Doping-Skandal von Sotschi 2014 sind russische Sportler in Pyeongchang als Team Olympischer Athleten aus Russland unter neutraler Flagge am Start.

Das IOC will vor Ende der Winterspiele über eine mögliche Wiederzulassung der Russen zur Schlussfeier unter eigener Fahne entscheiden. Der erneute Dopingfall wird dabei zur weiteren Belastung für die Sitzung der IOC-Exekutive am Samstag.

Sergejewas verdächtige Probe war nach Angaben des russischen Bobverbands zwei Tage vor dem Start der olympischen Zweier-Rennens genommen worden. "Die russische Bob-Föderation und die Sportlerin sind sich ihrer Verantwortung bewusst und wissen, wie das Geschehene das Schicksal der gesamten Mannschaft beeinflussen kann", hieß es in einer Verbandsmitteilung.

max/dpa



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crazy_swayze 24.02.2018
1.
Es war eben ein Fehler, die Russen an den Start zu lassen. Das IOC hat dem systematischen Doping somit einen Freifahrtsschein gegeben, wie man sieht.
marlang 24.02.2018
2. Zurecht ohne Flagge,
aber warum dürfen die anderen Nationen ihre Flaggen tragen? Das offene Geheimnis ist doch, dass kaum ein Spitzensportler ohne Zusatzpräperate um Medallien kämpfen kann. Natürlich ist Russland als Schurkenstaat Nr. 1 (Syrien, Ukraine, usw.) im Fokus, aber das macht das Doping anderer Staaten doch nicht besser.
kumi-ori 24.02.2018
3. Habe ich nicht anders erwartet
Deshalb sehe ich mir kein Olympia mehr an. Es tut mir Leid für die Menschen, die sich ernsthaft bemühen, aber die olympischen Spiele und auch andere Sportgroßveranstaltungen dienen lediglich der Geschäftemacherei der Funktionäre und Sponsoren. Ein Lichtblick wäre allerdings, wenn es am Rande der Veranstaltung zu einer Annäherung mit Nordkorea kommen sollten. Dann hätten sich die Spiele am Ende doch gelohnt und dafür dürfen die Russen dann auch gerne dopen.
Manfred Meier 24.02.2018
4. Abschlußfeier unter eigener Fahne?
Das einzige was es hier zu überlegen gibt ist ob man die russische Mannschaft nicht sofort nach Hause schickt und jetzt mal wirklich hart durchgreift. Dies sollte natürlich für alle Nationen gelten.Wer betrügt fliegt raus.
steingärtner 24.02.2018
5. Lässt die Russen doch dopen
Mit Doping zwölfter Platz. Was juckt es uns saubere Westler denn ? Inzwischen haben wir absolut sauber und ohne Doping mehr Erfolge, als die staatlich gedopten Russen in Sotschi mit ihrem Loch in der Wand. Und wenn Doping beim Curling was bringen würde, hätte die DDR sicher mehrere Olympiasieger in dieser Sportart. Also, die Russen dopen und wir haben die Erfolge. Wo ist das Problem ? Da aber nur ungefähr jeder fünfzigsten Beitrag freigeschaltet, fällt das sicher wieder der Zensur zum Opfer.
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