Angebot an Gläubiger Griechenland startet Schuldenrückkauf

Akropolis in Athen: Nehmen Hedgefonds das Angebot an?
Foto: Orestis Panagiotou/ dpaAthen - Griechenland hat die Bedingungen für seinen geplanten Schuldenrückkauf veröffentlicht. Der Staat bietet Haltern von Staatsanleihen mit langen Laufzeiten an, diese zu 30,2 bis 40,1 Prozent des ursprünglichen Wertes zu erwerben. Das Angebot endet am Freitagnachmittag, teilte die zuständige staatliche Finanzagentur mit.
Das Programm gilt als wichtigster Teil des neuen Hilfspakets für Griechenland. Mit zehn Milliarden Euro macht es fast ein Drittel der geplanten Maßnahmen aus, mit denen der Druck auf Athen gelindert werden soll. Mit der Aktion will Griechenland vom Preisverfall der Papiere auf dem Markt profitieren. Die Idee: Wenn Griechenland die Schulden jetzt zurückkauft, kommt das Land damit billiger davon, als wenn es die Kredite am Ende der Laufzeit komplett zurückzahlt. Der Erfolg des Schuldenrückkaufs gilt als Voraussetzung dafür, dass die internationalen Geldgeber weitere Hilfen umsetzen.
An den Kapitalmärkten wurde das Programm positiv aufgenommen. Der Kurs von Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren stieg innerhalb weniger Minuten um zehn Prozent. Entsprechend sanken im Gegenzug die Renditen - für zehnjährige Anleihen um 14,5 Prozent. Das ist der niedrigste Wert seit August 2011. Die Rendite ist der Gewinn, den ein Anleger pro Jahr erzielen würde, wenn er die Papiere heute kauft und bis zur Fälligkeit hält.
Athen will Schuldenlast um bis zu 30 Milliarden Euro senken
Am Montagnachmittag will der griechische Finanzminister Yannis Stournaras seine Amtskollegen der Euro-Gruppe in Brüssel über die Details informieren. "Wir werden am Freitag wissen, wie das Ganze gelaufen ist. Hier herrscht Spannung", sagte ein Mitarbeiter des Finanzministeriums der Nachrichtenagentur dpa.
Für den Schuldenrückkauf wird eine Summe von bis zu zehn Milliarden Euro angepeilt. Damit würde Griechenland nach Schätzungen von Experten eine Schuldenlast von bis zu 30 Milliarden Euro loswerden. Zuletzt hielten Privatanleger griechische Staatsanleihen im Volumen von etwa 62 Milliarden Euro. Etwas mehr als die Hälfte davon befindet sich in den Händen von Banken und Anlegern im Ausland. Es gilt als sicher, dass die griechischen Finanzinstitute, die rund 15 Milliarden Euro halten, an dem Rückkaufprogramm teilnehmen werden.
In Athen wird jedoch befürchtet, dass ausländische Privatanleger wie Hedgefonds in Erwartung höherer Gewinne das Angebot nicht annehmen werden. Finanzminister Stournaras hatte für diesen Fall in der vergangenen Woche über einen "Plan B" gesprochen, dessen Details er aber nicht bekanntgab.
Die Talfahrt der griechischen Wirtschaft geht unterdessen ungebremst weiter. Wegen der harten Sparmaßnahmen und geringen Investitionen rechnet die griechische Notenbank mit einem weiteren Schrumpfen der Wirtschaftsleistung im kommenden Jahr zwischen 4 und 4,5 Prozent. Seit Ausbruch der Krise sei das Bruttoinlandprodukt (BIP) um gut 20 Prozent gefallen. Die Lage sei ähnlich dramatisch wie nach der großen Rezession im Zuge der Weltwitschaftskrise 1929, heißt es in einem Bericht der Notenbank, der dem griechischen Parlament vorgelegt wurde.