Fahrpläne Google Maps zeigt Nahverkehr in Echtzeit an

Fahrpläne sind nützlich - sofern die Busse nicht im Stau feststecken.  Mithilfe von Echtzeitdaten auf Google Maps können Nutzer nun abschätzen, ob Bus und Bahn Verspätung haben. Allerdings funktioniert das bisher nur in manchen Ländern.

Einfahrende U-Bahn: Datentracking über Google Maps
DPA

Einfahrende U-Bahn: Datentracking über Google Maps


Google erweitert sein Kartenangebot um eine Echtzeitfunktion. Nutzer können die Daten, die die Verkehrsbetriebe zur Verfügung stellen, über Google Maps abrufen und sich so über tatsächliche Ankunfts- und Abfahrtszeiten von Bussen, Straßen- und S-Bahnen informieren.

Zum Start der erweiterten Funktion sind laut dem Fachdienst "9to5Google" bereits an die 100 kommunale Nahverkehrssysteme dabei, weitere 25 sollen direkt folgen. Deutschland fehlt noch, die Live-Informationen stehen vorerst nur Nutzern in Großbritannien, den Niederlanden, Budapest, Chicago, San Francisco und Seattle zur Verfügung.

Die Daten werden über den Aufenthaltsort der einzelnen Fahrzeuge von den Verkehrsbetrieben gesammelt, über eine Schnittstelle zur Verfügung gestellt und dann von Google weiterverarbeitet. Solche sogenannten Tracker-Systeme werden unter anderem auch von "Flightradar24.com" genutzt.

Seit acht Jahren können Nutzer von Googles Kartendienst Maps auch Fahrplandaten des öffentlichen Nahverkehrs abrufen. Seit einigen Jahren haben auch deutsche Nahverkehrsunternehmen vor allem in Großstädten nachgezogen und beteiligen sich an diesem Service. Insgesamt erfasst Google nun ÖPNV-Daten für mehr als 18.000 Städte in 64 Ländern. Maps-Nutzer haben damit Zugriff auf die Fahrpläne von 2,5 Millionen Bahnhöfen, Bus-, Straßenbahn- und U-Bahnhöfen.

Die hübsche Alternative zu Google

Wer eine Alternative zum Konzernangebot Googles sucht, kann auf die deutsch-schweizerische Alternative Travic ausweichen. Das Projekt entstand aus einer Kooperation der Informatiksparte der Universität Freiburg mit dem Geodaten-Unternehmen Geops.

Wie bei Kartendiensten üblich, navigiert der Nutzer hier über den Stadtplan seiner Wahl. Das Material stammt aus dem freien Projekt Openstreetmap, wahlweise kann auch auf eine Satellitensicht von Bing umgeschaltet werden. Aus weltweit derzeit 254 Nahverkehrsangeboten können Informationen abgerufen werden, der Schwerpunkt liegt allerdings auf dem deutschsprachigen Raum.

Zumeist handelt es sich hier zwar nicht um Echtzeitdaten, dafür ist die Visualisierung sehr beeindruckend. Auf der Basis der von den Transportanbietern bereitgestellten Fahrpläne berechnet das Angebot eine Karte, auf der der Betrachter die einzelnen Fahrzeuge beim Abfahren ihrer Route verfolgen kann.

meu



insgesamt 18 Beiträge
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brooklyner 03.06.2015
1.
Was hätte ich dafür gegeben in der New Yorker Subway diese App zu haben.
Georg_Alexander 03.06.2015
2. So neu ist das nun wieder nicht
Z. B. die Android App 'Öffis' (u.ä.) zeigt schon seit Jahren die aktuellen Verspätungen an.
Karnan 03.06.2015
3. Gibt es doch längst
Jedes größere Verkehrsunternehmen hat doch inzwischen eine eigene App, die auch Verspätungen anzeigt. Sehr schön ist auch Nokia here. Bei der Streckensuche werden drei Navigationsmöglichkeiten angeboten. Per Auto, zu Fuß und mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Wenn ich mich recht erinnere, werden bei letzter ebenfalls Verspätungen berücksichtigt.
al3x4nd3r 03.06.2015
4.
Warum auch Google die Daten bereitstellen; man will ja schließlich, dass die Kunden die eigene App verwenden!
markus.pfeiffer@gmx.com 03.06.2015
5. Alternative ist keine Alternative
In dem Moment, in dem Travic keine Echtzeitdaten bietet ist es auch keine wirkliche Alternative. Der Vorteil vom Google-System (wenn es denn in Deutschland irgendwann kommt): Ich könnte auf dem Weg von meinem verspäteten Morgenzug in Richtung Bus/U-Bahn schauen, welche der 3 Alternativen (1x Bus, 2x U-Bahn aber verschiedene Richtungen zur Station) als nächstes fährt (und zwar nicht fahrplanmäßig sondern tatsächlich). Bisher gehe ich oft zur vermeintllich besten Lösung Busabfahrt, bekomme ihn manchmal, manchmal sehe ich erst dort, dass er grad weg ist weil heute 1 Minute zu früh statt der üblichen 2 zu spät und dass der nächste in 7 Minuten ausfällt, Wartezeit 12 Minuten (zu lang), eile dann zur U-Bahn, die bis dahin auch grad weg ist (Wartezeit dort dann 10 Min.). Fazit: Mit viel Hetze gerade pünktlich bei der Arbeit - und genau dafür (bzw. dagegen) sehne ich mich nach Echtzeitdaten.
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