Zum Inhalt springen

Ärzte ohne Grenzen Türkei soll 100.000 Flüchtlinge aus Syrien einreisen lassen

Mehr als Hunderttausend Flüchtlinge harren seit Monaten im Grenzgebiet zwischen Syrien und der Türkei aus. Sie seien in akuter Gefahr, mahnt Ärzte ohne Grenzen und appelliert an Ankara, ihnen die Flucht zu ermöglichen.
Syrer an der Grenze zur Türkei

Syrer an der Grenze zur Türkei

Foto: Bunyamin Aygun/ AP/dpa
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Es ist eine ausweglose Situation: Auf der Flucht vor den Kämpfen in Syrien harren mehr als Hunderttausend Männer, Frauen und Kinder an der Grenze zur Türkei aus. Das Nachbarland lässt kaum Flüchtlinge einreisen, ein Zurück ist beinahe unmöglich. Die Menschen seien in der Rebellenenklave um die Stadt Asas und der türkischen Grenze eingekesselt, teilte Ärzte ohne Grenzen mit. Die Hilfsorganisation forderte die Türkei auf, die Grenze für 100.000 Flüchtlinge zu öffnen.

Die Türkei hält die Grenze seit mehreren Monaten für Syrer weitestgehend geschlossen. Die Menschen seien in akuter Gefahr, in die Kämpfe oder unter die Kontrolle des IS zu geraten, sagte Ärzte ohne Grenzen. Die Organisation rief zudem die Europäische Union auf, den Flüchtlingen Asyl zu gewähren.

Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) hatte vergangene Woche syrische Rebellen in der strategisch wichtigen Enklave um Asas nördlich von Aleppo angegriffen. In dem Gebiet liegt ein von den Rebellen beherrschter Grenzübergang zur Türkei. Umgeben ist die Enklave im Osten vom Herrschaftsgebiet des IS und im Westen von Kurdengebieten.

Weiter östlich hatte eine von Kurden geführte Allianz Anfang dieser Woche eine Offensive gegen den IS in der von den Dschihadisten gehaltenen Grenzregion um Manbidsch gestartet. Alle Zivilisten werden um Unterstützung gebeten, die Terrormiliz aus der Region zu verdrängen, teilte ein kurdischer Offizieller mit. Die Kurden und Rebellengruppen werden von den USA unterstützt.

brk/dpa