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Kämpfe in Somalia Kenias Militär greift letzte Schabab-Hochburg an

Mit einem Überraschungsangriff will die Afrikanische Union die Schabab-Miliz aus Somalia vertreiben. Kenianische Truppen rücken auf die Hafenstadt Kismayu vor, die letzte Hochburg der Islamisten. Die Angreifer landeten in der Nacht heimlich am Strand, dort toben nun Kämpfe.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Nairobi/Mogadischu - In einer konzertierten Aktion versuchen Truppen der Afrikanischen Union, die islamistische Schabab-Miliz aus der Küstenstadt Kismayu zu vertreiben. Am frühen Freitagmorgen marschierten kenianische Soldaten mit Unterstützung somalischer Regierungstruppen am Rande der Hafenstadt auf.

Nach kenianischen Angaben ist die Stadt bereits weitgehend unter Kontrolle der Angreifer. Noch werde allerdings in einigen Randbezirken der Stadt gekämpft, sagte der Sprecher des kenianischen Militärs am Freitagabend.

Einheiten der afrikanischen Friedensstreitmacht Amisom sowie somalische Truppen seien nun auf dem Weg in die Stadt, um die Kontrolle zu übernehmen. Die Kämpfe um die strategisch wichtige Hafenstadt etwa 500 Kilometer südlich der Hauptstadt Mogadischu hatten am Donnerstag begonnen.

Nach Angaben von Anwohner konzentrieren sich die Kämpfe derzeit auf Teile der Stadt und die Strandregion. Die Armee greife mit Hubschraubern an, die Rebellen schössen mit Luftabwehrraketen. Der Radiosender der Schabab sei aber noch auf Sendung.

Die Schabab-Miliz hat 2007 die Macht in weiten Teilen von Süd- und Zentralsomalia übernommen. Sie ist mit dem internationalen Terrornetzwerk al-Qaida verbündet und propagiert die Einführung des islamischen Rechtssystems Scharia. Die Miliz hat bereits mehrfach Touristen in dem beliebten Urlaubsziel Kenia entführt und ins benachbarte Somalia verschleppt. 2011 hatten Truppen der Afrikanischen Union die Schabab aus der Hauptstadt Mogadischu vertrieben. Kismayu gilt als deren letzte Hochburg.

ffr/Reuters/AP/dpa