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Vermögensreport: Schweizer sind weltweit am reichsten

Nie zuvor besaßen die Menschen so viel Geld wie im vergangenen Jahr. Das ist das Ergebnis einer Studie der Allianz zum weltweiten Privatvermögen. Allerdings ist der Reichtum sehr ungleich verteilt - und er wächst langsamer als früher. Westeuropäer wurden sogar ärmer.

Skiort St. Moritz in der Schweiz: Im Schnitt fast 140.000 Euro Vermögen pro Kopf - netto Zur Großansicht
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Skiort St. Moritz in der Schweiz: Im Schnitt fast 140.000 Euro Vermögen pro Kopf - netto

München/Düsseldorf - Die Summe ist eindrucksvoll: Auf 103,3 Billionen Euro belief sich im vergangenen Jahr das Brutto-Geldvermögen der Privathaushalte in 52 untersuchten Ländern rund um den Globus. Das sind 1,6 Prozent mehr als 2010. Das zeigt der "Global Wealth Report", den die Allianz Chart zeigen am Mittwoch vorgelegt hat. Das Plus ist weltweit allerdings so gering, dass es von der Inflation vollständig aufgezehrt wird, in Westeuropa wurden die Bürger sogar in absoluten Zahlen ärmer. In den beiden Jahren zuvor war das globale Brutto-Privatvermögen noch um jeweils mehr als sieben Prozent gewachsen.

Das Netto-Geldvermögen der Privathaushalte - also das Brutto-Vermögen minus Schulden - entwickelte sich 2011 weltweit sogar noch schlechter. Mit 71,5 Billionen Euro legte es nur um 1,4 Prozent zu.

Wird das Bevölkerungswachstum eingerechnet, liegt der Zuwachs noch niedriger: Pro Kopf stieg das Brutto-Vermögen im vergangenen Jahr nur um 0,8 Prozent auf durchschnittlich knapp 21.500 Euro, netto war der Anstieg mit 0,6 Prozent noch schwächer.

Hauptgrund für den relativ geringen Anstieg der weltweiten Geldvermögen ist laut der Allianz-Studie (hier als PDF-Dokument) die Schulden- und Wirtschaftskrise - vor allem in der Euro-Zone, aber auch in den USA. Die Zinsen sind derzeit auf einem Tiefstand, die Aktienkurse unter Druck. Dementsprechend sind die Renditen der meisten Geldanlagen so niedrig, dass sie oft nicht einmal die Teuerung ausgleichen.

Schweizer sind Vermögensweltmeister

In Deutschland zum Beispiel legte das Brutto-Geldvermögen der privaten Haushalte im Jahr 2011 zwar um 1,1 Prozent auf insgesamt 4,71 Billionen Euro zu, das sind pro Kopf mehr als 57.000 Euro. Die Verbraucherpreise stiegen hingegen um 2,3 Prozent. Im Ergebnis konnten sich die Deutschen am Ende des Jahres weniger von ihrem Ersparten kaufen. Die Volkswirte der Allianz - die als Versicherungskonzern selbst Anlageprodukte anbietet - verweisen deshalb auf negative Folgen für die Altersvorsorge.

Dass die Vermögen in Deutschland sehr ungleich verteilt sind, zeigt der aktuelle Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung: Demnach vereinen die wohlhabendsten zehn Prozent der Bevölkerung mehr als die Hälfte des gesamten Nettovermögens auf sich - die unteren 50 Prozent der Haushalte dagegen nur über ein Prozent.

Die Allianz-Studie zeigt, dass sich die Vermögensverteilung weltweit auch aufgrund der Krise verändert hat - in einigen Ländern schrumpften die Sparguthaben sogar. Am härtesten traf es die Bewohner der Krisenstaaten der Euro-Zone. Ob in Italien, Spanien oder Portugal - überall gingen die Brutto-Geldvermögen dem Report zufolge um mehr als drei Prozent zurück. In Griechenland verloren die Privathaushalte gar 9,1 Prozent ihres Geldvermögens. Insgesamt konnten die Brutto-Geldvermögen laut der Studie nur in 7 von 16 westeuropäischen Staaten zulegen, und auch dort deutlich bescheidener als in den Vorjahren.

Allerdings liegt in Westeuropa auch das Land mit dem höchsten Privatvermögen: Jeder Schweizer besitzt im Durchschnitt 138.062 Euro - nach Abzug der Schulden. Dahinter liegen mit einem Netto-Privatvermögen von etwas mehr als 90.000 Euro Japaner und US-Amerikaner. In Belgien, auf Rang vier, leben die im Schnitt wohlhabendsten Euro-Bürger. Deutschland liegt auf dem 16. Platz. In die Berechnung der Versicherungsvolkswirte fließen allerdings weder Immobilienbesitz noch die in Deutschland relativ hohen Rentenansprüche ein.

Mehr als die Hälfte der globalen Mittelschicht wohnt in Schwellenländern

Weltweit, auch das zeigt die Studie, sind die Privatvermögen noch sehr ungleich verteilt. Demnach besitzen die reichsten Länder 85 Prozent des weltweiten Nettovermögens, obwohl in ihnen weniger als 20 Prozent der Menschen leben. Allerdings holen die ärmeren Staaten und die Schwellenländer auf.

Berücksichtigt man die Unterschiede innerhalb der verschiedenen Länder, gehören weit mehr als eine Milliarde Menschen weltweit zur Mittel- und Oberschicht. Zur Oberschicht zählt die Allianz im globalen Vergleich Personen mit einem Nettovermögen von mehr als 26.800 Euro. In dieser Gruppe sinkt der Anteil der Menschen aus Industriestaaten, während der aus den aufstrebenden Ländern wächst. Zur Mittelschicht zählen laut Allianz im weltweiten Vergleich Personen mit einem Nettovermögen von mehr als 4500 Euro. Mehr als die Hälfte der Menschen aus dieser Gruppe wohnt in Schwellenländern.

Die zwanzig reichsten Länder der Welt (nach Pro-Kopf-Nettovermögen)
Land Pro-Kopf-Vermögen 2011
(netto, in €)
Pro-Kopf-Vermögen 2011
(brutto, in €)
Gesamt-Vermögen
(brutto,
in Mrd. €)
Veränderung zum Vorjahr
(Gesamt-Vermögen,
in %)
Schweiz 138.062 214.794 1654 2,5
Japan 93.087 123.099 15.572 -0,4
USA 90.417 123.586 38.693 1,7
Belgien 68.491 87.455 940 4,4
Niederlande 61.315 109.943 1832 3,6
Taiwan 60.893 70.938 1646 2,1
Kanada 59.913 95.530 3281 -0,5
Singapur 58.215 83.911 435 5,5
Großbritannien 52.600 82.162 5128 -0,4
Israel 51.562 63.695 482 -2,2
Dänemark 49.220 113.463 632 2,9
Italien 42.875 58.380 3549 -3,1
Frankreich 42.643 63.392 4002 -0,2
Schweden 42.104 77.962 736 -2,4
Österreich 40.648 60.509 509 0,0
Deutschland 38.521 57.384 4715 1,2
Australien 37.330 93.359 2110 0,5
Irland 25.461 66.252 300 0,5
Portugal 19.572 35.953 384 -3,3
Finnland 19.105 43.042 232 -3,5
Quelle: Allianz Global Wealth Report

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insgesamt 125 Beiträge
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    Seite 1    
1. Berechnungsmethoden?
cobaea 18.09.2012
Aus dem Text erschliesst sich zwar, dass in Deutschland die Rentenerwartungen nicht in die Berechnung einbezogen wurden. Allerdings liegt dieses Geld ja in den staatlichen Rentenkassen (bzw. liegt eben nicht, da ja Renten im Umlageverfahren bezahlt werden und kein persönliches Vermögen sind). Wie sieht das bei den Berechnungen für die hohe Schweizer Vermögenssumme aus? Da in der Schweiz ausser für die eher bescheidenen staatlichen Renten auch für eine obligatorische private/berufliche Rente gespart werden muss (kein Umlage- sondern ein Ansparmodell), fliesst dieses Geld wohl in die Berechnung ein. Ohne dieses Pensionskassenvermögen - das für die Alterssicherung unumgänglich und unbedingt notwendig, aber eben persönliches Vermögen ist - sähe der Vermögensbetrag pro Kopf wohl anders aus. Aber wie?
2. .......
Hannovergenuss 18.09.2012
Zitat von sysopREUTERSNie zuvor besaßen die Menschen so viel Geld wie im vergangenen Jahr. Das ist das Ergebnis einer Studie der Allianz zum weltweiten Privatvermögen. Allerdings ist der Reichtum sehr ungleich verteilt - und er wächst langsamer als früher. Westeuropäer wurden sogar ärmer. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,856390,00.html
Tja, da kann man es mal wieder schön sehen, überall wo sich der Staat übermäßig in das Wirtschaftsleben einmischt (Staatsquote) bleiben die Bürger rel. arm. Allerdings könnte man bei uns die formidablen Rentenansprüche noch als fiktives Vermögen dazurechnen ;-)
3. Titel
PK2011 18.09.2012
Zitat von HannovergenussTja, da kann man es mal wieder schön sehen, überall wo sich der Staat übermäßig in das Wirtschaftsleben einmischt (Staatsquote) bleiben die Bürger rel. arm. Allerdings könnte man bei uns die formidablen Rentenansprüche noch als fiktives Vermögen dazurechnen ;-)
Absatz 1 ist vollkommen richtig erkannt. Zwangsbeglückung ist eine teure Angelegenheit mit zweifelhaftem Effekt. Absatz 2 ist etwas unlogisch - in Anbetracht der Diskussion um Altersarmut in DE. So weit kann es mit den Renten nicht her sein. Bei den Pensionen sieht es natürlich anders aus, die dürften in DE Weltspitze sein.
4. Bitte bei der Wahrheit bleiben!
berns 18.09.2012
Rentenhöhe: "In die Berechnung der Versicherungsvolkswirte fließen allerdings weder Immobilienbesitz noch die in Deutschland relativ hohen Rentenansprüche ein." Das schreibt der SPIEGEL in diesem Artikel. In Wahrheit jedoch befinden sich deutsche Renten ganz unten in Europa, die sind nämlich gemessen am vorher bezogenen Lohn die niedristen in ganz Europa, Ostblockländer mit eingerechnet. Vermutlich unterscheidet der Redakteur nicht zwischen Renten und Pensionen. Letztere erhalten Beamte, Richter und Abgeornete und sogar, ohne dass sie einen einzigen Cent an Beiträgen dafür bezahlen müssen, vollkommen auf Kosten der Allgemeinheit. Rentner mit durchschnittlichem Einkommen zahlen bis zum Eintritt in die Rente durchschnittlich so viel Beiträge, die ausreichen würden, um davon ein Zweifamilienhaus zu bauen. Die ausbezahlten Renten liegen durchschnittlich bei unter 700 Euro. Dagegen liegen Pensionen durchschnittlich bei 1.600 Euro.
5. Ich versteh die Welt nichtmehr?
windowcleaner 18.09.2012
Wie kann das sein? Jetzt lese ich in dem Forum fast jeden tag das die USA kurz vor dem totalen bankrott und auf dem Weg Richtung 3. Welt sind, und hier ist nun ersichtlich das fast 40% des globalen Reichtums auf die USA entfallen? Und ein doppelt so hohes Vermögen pro Kopf als die Deutschen? Amerikahasser bitte erklärt mir wie sowas zustande kommt! Wann wird denn nun der Untergang kommen?
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