American Express und Twitter Bezahlen mit Hashtag

Zum Start gibt es zehn Dollar geschenkt: American Express hat ein Rabatt-Programm auf Twitter gestartet. Nutzer sollen bestimmte Produkte einfach per Hashtag kaufen. Twitter könnte damit zur Konkurrenz für Visa, Mastercard, Ebay und Google werden.

Bild für Münzgeldnostalgiker: Bye, bye Bargeld?
REUTERS

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Kunden von American Express in den USA können nun mit Hashtag bezahlen - zumindest ausgewählte Angebote. Das Unternehmen und Twitter stellten ihre Kooperation am Montag vor, wie unter anderem CNN berichtet. So funktioniert Amex Synch: Erst koppeln die Amex-Kunden ihre Kreditkarte mit ihrem Twitterkonto. Dann antworten sie auf eines der Angebote, die von Amex auf Twitter verlinkt werden, mit einem Angebots-spezifischen Hashtag wie zum Beispiel #AmexCelticsOffer. Den Kauf wickelt Amex dann nach einer Bestätigungs-E-Mail ab.

Derzeit handelt es sich vor allem um Rabatte: 10 Dollar Rabatt beim Kauf von Artikeln in einem Sportgeschäft zum Beispiel. Amex verkauft zum Start der Kooperation Geldkarten im Wert von 25 Dollar für 15 Dollar. Mit Foursquare und Facebook hat American Express bereits seit Sommer 2011 ähnliche Kooperation, im November 2012 startete Amex Synch auch für das Live-Netzwerk der Xbox.

Vorerst also vor allem eine Aktion, um Kunden mit Rabatten zu spontanen Käufen zu locken. Praktischer Nebeneffekt: Den Einkauf per Tweet sehen alle Follower auf Twitter. Die Hashtag-Shopper machen also im Gegenzug für den Rabatt kostenlos Werbung.

Das Bezahlen per Twitter ist noch recht beschränkt. Sollte die Aktion aber erfolgreich sein, könnte American Express mit seiner Hashtag-Bezahlfunktion in Konkurrenz zu anderen Online-Bezahlsystemen wie dem zu Ebay gehörenden PayPal treten. Twitter käme das sicher gelegen, die Plattform will sich im Leben ihrer Nutzer einnisten - und bei der Konkurrenz gibt es längst Online-Bezahlfunktionen.

  • Amazon hat gerade erst Amazon Coins eingeführt, eine eigene virtuelle Währung, mit der zunächst Kindle-Nutzer in den USA im Appstore einkaufen können sollen.
  • Google stellt sein Online-Bezahlsystem "Wallet" (früher "Checkout") auch anderen Websites zur Verfügung. Außerdem können Nutzer eines Android-Telefons mit NFC-Funkchip die Funktion an entsprechend ausgerüsteten Verkaufsterminals in Geschäften nutzen.
  • Facebook hat seine virtuelle Währung, Facebook Credits, zwar wieder aufgegeben. Dafür testet das Unternehmen gerade eine Ticket-Bestellfunktionbutton. Die Lieblingsband kündigt ein Konzert an, Nutzer können per Klick Karten bestellen. Noch führt der Button allerdings auf eine externe Seite.
  • Ebenfalls auf NFC-Funktechnik setzen Anbieter wie Visa, Mastercard und die deutschen Sparkassen. Auch Paypal bietet eine NFC-Bezahlfunktion.

Bis Twitter einmal tatsächlich als Online-Bezahlsystem starten kann, muss das Unternehmen allerdings sein Sicherheitsproblem in den Griff bekommen. Nutzer des sozialen Netzwerks bekommen regelmäßig vermeintlich Direktnachrichten von ihren Kontakten mit Links auf Spam. Erst vor wenigen Wochen musste Twitter zudem eingestehen, dass sich Hacker möglicherweise Nutzernamen, E-Mail-Adressen, Passwörter und andere Daten von 250.000 Nutzern verschafft hatten.

ore



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insgesamt 1 Beitrag
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Seite 1
8ruc3 12.02.2013
1. Und während sie alle testen...
... hat Apple schon viele Erfahrungswerte mit Passbook gesammelt und wird mit einer der nächsten iOS Updates der App auch eine super einfache Bezahlfunktion spendieren. Netswipe darf man da als Tipp nennen ;)
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