Russland Journalist wegen Schwulen-Propaganda verurteilt
Moskau - Ein Gericht in Russland hat einen Journalisten verurteilt, der sich "homosexueller Propaganda" schuldig gemacht haben soll. Alexander Suturin, Redakteur der Wochenzeitschrift "Molodoi Dalnewostotschnik", hatte ein Gespräch mit einem schwulen Lehrer veröffentlicht. Der hatte in dem Interview gesagt, Homosexualität sei normal.
Das Gericht im ostrussischen Chabarowsk an der chinesischen Grenze verurteilte den Journalisten zu einer Geldstrafe von umgerechnet 1045 Euro. Er habe gegen das in Russland geltende Verbot "homosexueller Propaganda" verstoßen, meldet die russische Nachrichtenagentur Interfax.
Auch der Lehrer Alexander Jermoschkin, der das Interview gegeben hatte, wurde bestraft: Er verlor laut Nachrichtenagentur AP seinen Job - weil er schwul ist. Journalist Suturin kündigte an, gegen das Urteil in Berufung zu gehen.
In Russland gilt seit Juni 2013 ein Gesetz, das Propaganda homosexueller Menschen in Anwesenheit Minderjähriger unter Strafe stellt. Wer sich positiv über Homosexualität äußert, kann dafür sogar zu einer Gefängnisstrafe verurteilt werden. Das neue Gesetz hatte weltweit für heftige Kritik gesorgt, mehrere Prominente sagten ihre Teilnahme an den Olympischen Winterspielen in Sotschi ab - darunter auch Bundespräsident Joachim Gauck und EU-Kommissarin Viviane Reding. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte kürzlich gesagt, dass Homosexuelle, die während der Spiele in Sotschi zu Gast seien, keine Sorge haben müssten. Aber sie sollten doch bitte "die Kinder in Ruhe lassen".