08.06.1960

MENDERESDie Alt-Türken

Wir haben ihn", grinst der General
in der gläsernen Flugzeugkanzel und zeigt nach unten. Dort rasen im Morgendunst zwei schwarze Cadillacs auf der breiten Autostraße von Eskisehir nach Kütahya über die Anatolische Hochebene.
Der Pilot drückt die türkische Militärmaschine, eine zweimotorige C-47, tiefer herab, braust über die Autodächer und landet schließlich vor den beiden Wagen auf der Betonstraße. Die Cadillac-Fahrer treten in die Bremsen. Aus dem Flugzeug springen fünf Obersten der türkischen Armee mit umgehängten Maschinenpistolen; Brigadegeneral Burhanettin Uluc klettert hinterdrein.
"In diesem Augenblick steht das ganze Land unter der Kontrolle der nationalen Streitkräfte", sagt er zu dem kleinen dunkelhaarigen Mann, der von den Obersten aus einem der Wagen gezerrt wird. "Wir haben Befehl, Sie unter Arrest zu stellen."
Der im Namen des "Komitees für die Nationale Einheit" Verhaftete blickt in Pistolenmündungen. Der General tritt auf ihn zu und speit ihm ins Gesicht. Ein Gelübde, entschuldigt er sich später, habe ihn gezwungen, so zu handeln. Der arretierte Premier tupft nervös den Speichel ab: "Ich wünsche Ihnen viel Glück, meine Herren." Dann bittet er um eine Zigarette.
Mit dieser abenteuerlichen Szene endet nach zehn Jahren und fünf Tagen die Regierungszeit des politisierenden Gutsbesitzers Adnan Menderes, 61 Jahre alt, seit 1950 Ministerpräsident der Türkischen Republik und Vorsitzender der Demokratischen Partei, die vor einem Jahrzehnt die "ersten völlig ehrlichen Wahlen des Landes" ("New York Times") gewann, die damals errungene Macht aber um keinen Preis wieder aus den Händen lassen wollte.
Schritt um Schritt hatte sich der Türkenpremier in seinen zehn Amtsjahren von jenen liberalen Vorstellungen entfernt, die ihm und seinen politischen Freunden teuer waren, als sie 1945 die kemalistische Einheitspartei Inönüs verließen und "Demokraten" wurden.
In seiner ersten Regierungserklärung vom 29. Mai 1950 versprach Menderes den Arbeitern das Streikrecht, den Journalisten ein freiheitliches Pressegesetz, den Steuerzahlern eine Senkung der Staatsausgaben und den Unternehmern die Überführung der staatseigenen Industrien in Privatbesitz. "Ich bin überzeugt", tönte er in einem Interview für amerikanische Leser, "das freie Unternehmertum ist das einzige Mittel, um die wirtschaftliche Entwicklung so schnell wie möglich voranzutreiben."
Als der Premier zehn Jahre später auf der Autostraße nach Kütahya seinen Häschern gegenübersteht, dürfen die türkischen Arbeiter noch immer nicht streiken, die Presse ist schlimmer geknebelt als zuvor, die Staatsausgaben sind von Jahr zu Jahr gewachsen, während die Wirtschaft in einer Flut hastig gedruckter Banknoten ertrinkt.
Wie in einem Rausch hat dieser Mann ein Jahrzehnt lang Tag für Tag zwölf bis 19 Stunden lang gearbeitet, hat Straßen und Staudämme, Kraftwerke und Fabriken, Schulen und Moscheen bauen lassen - zu seinem eigenen Ruhm und, wie er seinen Anhängern predigt, zum Segen des Landes, das zwar fast so groß ist wie Frankreich und die Bundesrepublik zusammen, aber nur 27 Millionen Einwohner zählt. "Atatürk ist der Begründer der Türkei", pflegte Menderes sich selbst zu rühmen, "aber ich bin ihr Erbauer."
Diese Bauwut blieb nicht ohne böse ökonomische Folgen, wenngleich sich die Industrieproduktion fast verdreifachte. Statt 2,4 Milliarden wie im Jahre 1950 trägt der türkische Staat heute eine Schuldenlast von 19,7 Milliarden Türkpfund (9,2 Milliarden Mark); davon entfallen 12,4 Milliarden auf ausländische Gläubiger. Im selben Zeitraum verachtfachte sich der Notenumlauf (jetzt acht Milliarden Türkpfund), während die Lebenshaltungskosten auf mehr als das Doppelte anstiegen. In das türkische "Faß ohne Boden" ("Time") sind überdies 2,3 Milliarden Dollar amerikanischer Wirtschafts- und Waffenhilfe
geflossen. Vergebens warnte der türkische Oppositionsführer Inönü: "Man kann nicht nur von ausländischer Hilfe leben."
Doch der Gutsherr aus Aydin, der an den Ufern des Menderes (altgriechisch: Mäander) auf 1200 Hektar dank seiner eigenen, die Bauern verhätschelnden Politik mit gutem Erfolg Baumwolle und Weizen baut, blieb unbelehrbar. Jede Kritik erzürnte ihn. Wirtschaftsexperten, die seine Inflationspolitik tadelten, warf er hinaus.
"Ein Mann von großem Charme, von Dynamik, Wagemut und raschen Entschlüssen, aber mit beschränkter Bildung", urteilt einer seiner schärfsten Kritiker, der Herausgeber der türkischen Zeitung "Vatan", Ahmet Emin Yalman, über den gestürzten Premier. Yalman, einer der prominentesten unter den 800 Journalisten, die vom Menderes -Regime eingesperrt wurden, hatte eine Gefängnisstrafe von 16 Monaten zu verbüßen.
Als Gefangener, der einen Schauprozeß fürchten muß, kehrt Adnan Menderes am 27. Mai 1960 nach Ankara zurück, das er zwei Tage zuvor noch als amtierender Regierungschef zu einer Inspektionsreise in die Provinz verlassen hatte. In Eskisehir erreicht ihn nachts eine telephonische Warnung des
- kurz darauf verhafteten - Generalstabschefs Erdelhun. Aber sie kommt zu spät. Wenige Stunden danach fegt ein Staatsstreich der. Armee sein Regime hinweg, das von Jahr zu Jahr härter, unversöhnlicher und selbstherrlicher geworden war.
Damit scheitert zugleich das türkische Experiment mit dem Zweiparteiensystem. Es versagt, weil der Regierungschef, von seiner Baumeister-Mission besessen, die scharfen Anklagen seiner Kritiker gegen die mißratene Wirtschaftspolitik seines Kabinetts mit erhöhtem politischem Druck beantwortete, der wiederum blutige Demonstrationen auslöste. Das Experiment zerbricht an der leichtverwundbaren Eitelkeit eines Mannes, der nicht einsehen wollte, "daß die Opposition desto stärker wird, je mehr die Regierung auf sie einschlägt" ("The Times"). Die türkische Demokratie, das spüren nun ihre Alliierten, ist noch ebenso unterentwickelt wie die Wirtschaft des Landes, die nach wie vor geduldiger Dollar-Injektionen bedarf.
Nun liegt wieder - wie vor Jahrzehnten - alle Macht in den Händen eines Soldaten. General Cemal Gürcel, der Führer der Putschisten, ist Staatspräsident, Premier und Verteidigungsminister in einer Person. "Ist er der Nagib der Türkei, und wird in einiger Zeit ein Nasser seinen Platz einnehmen?" fragt der Korrespondent der Londoner "Times", der besorgt das Beispiel Ägyptens zitiert, während die "New York Herald Tribune" nüchtern feststellt: "Die Türkei ist wieder zu ihren Anfängen zurückgekehrt."
An diesem Anfang stand Mustafa Kemal Pascha (1881 bis 1938), von der Großen Nationalversammlung später mit dem Ehrentitel "Atatürk" (Vater der Türken) ausgezeichnet, der unbequeme Zuchtmeister eines Volkes, das unter seiner Führung zur Nation wurde. Noch heute ist der rauhbeinige Gründer der modernen Türkei das legendäre Idol aller, die in Ankara und Istanbul ihre Finger in die Politik stecken.
Studenten und Militär-Kadetten, die gegen das Menderes-Regime demonstrierten, sangen seine Hymne und brüllten: "Wir wollen das Werk Atatürks verteidigen!" Der grauhaarige Oppositionsführer Ismet Inönü fühlt sich als sein Testamentsvollstrecker. Auch die Armee, die gegen den Premier putschte, marschierte im Namen des toten Nationalhelden. Und selbst Adnan
Menderes behauptete, im Sinne Atatürks zu regieren und dessen Werk vollenden zu wollen.
Wie seine Zeitgenossen Lenin und Stalin das morsche Zarenreich in die Sowjetform preßten, so knetete Atatürk aus den Resten des ottomanischen Imperiums den türkischen Nationalstaat. Schon 1908 gehörte Major Kemal zu jenen jungtürkischen Revolutionären, die ihre Truppen nach Konstantinopel führten, um die Abdankung des verhaßten Abdul Hamid II. zu erzwingen. 14 Jahre später jagte er den letzten Sultan vom Thron.
Als General führte er Krieg auf eigene Faust gegen die in Kleinasien eingedrungenen Griechen (1920 bis 1922), die - von Englands Premier Lloyd George unterstützt - einen großgriechischen Staat rund um die Ägäis errichten wollten. Nach harten Kämpfen warfen seine in Anatolien frisch ausgehobenen Regimenter, die aus dem bolschewistischen Rußland Geld und Waffen erhielten, die griechischen Truppen ins Meer. Damit befreite Kemal die Türkei aus den Fesseln des Diktatfriedens von Sevres, den die Siegermächte des Ersten Weltkriegs dem Sultansreich auferlegt hatten.
Danach verwandelte sich der Held des Unabhängigkeitskrieges in den eigensinnigen Reformator, der seine Untertanen mit der Knute aus dem islamischen Mittelalter in die technisierte Welt des 20. Jahrhunderts trieb.
Der Atheist Kemal schaffte den Islam als Staatsreligion ab und führte das schweizerische Bürgerliche Gesetzbuch ein. Er verbot die Vielweiberei samt Schleier und Fez (der durch den europäischen Hut ersetzt wurde) und zwang ein Volk von 90 Prozent Analphabeten zum Lesen und Schreiben, nachdem er die arabische Schrift durch die lateinische ersetzt hatte. Die alten Titel (Pascha, Bey, Effendi) verschwanden. Der Sonntag wurde zum Ruhetag anstelle des islamischen Freitags. Alle Männer erhielten Familiennamen, und alle Frauen durften wählen.
Der türkische Diktator war kein großer Ideologe und Schriftsteller wie etwa Lenin; er baute lieber Eisenbahnen und Fabriken. Deshalb beschränkt sich der "Kemalismus" auf sechs dürre Grundsätze, die Bestandteile der türkischen Verfassung wurden. Dort heißt es in Artikel 2: "Der Türkische Staat ... ist republikanisch, nationalistisch, demokratisch, etatistisch, laizistisch und reformistisch." Dabei ist es bis heute geblieben.
Die Grundzüge dieser Verfassung brachte Kemal am 28. Oktober 1923, zusammen mit Ismet Inönü, seinem späteren Nachfolger, bei einem feucht-fröhlichen Abendessen zu Papier. "Morgen werden wir die Republik ausrufen", polterte er. Und so geschah es. 24 Stunden später wurde der Verfassungstext von der Nationalversammlung gebilligt und der Türkenvater zum ersten Staatspräsidenten gewählt. Um Mitternacht verkündeten 101 Kanonenschüsse: Die Türkei ist Republik.
Von den sechs kemalistischen Grundsätzen waren nach dem Tode Atatürks nur zwei umstritten: die staatliche Planwirtschaft ("Etatismus"), die dem noch tief an mittelalterliche Wirtschaftsformen gebundenen Land zu einer modernen Industrie verhelfen sollte, und die strikte Trennung von Staat und Islam ("Laizismus"). Die laizistische Reform war für Kemal das Kernstück der von ihm betriebenen Verwestlichung der türkischen Nation. Gegen beide Prinzipien hat der gestürzte Menderes gesündigt.
Schon Atatürks Nachfolger, der vom Premier zum Staatspräsidenten avancierte General Inönü, hatte seit 1947 wieder einen Religionsunterricht in den Schulen geduldet. Menderes, der auf klerikale Unterstützung spekulierte; ging noch einen Schritt weiter: Die Koranunterweisung wurde 1953 Pflichtfach.
Die von Kemal drangsalierte islamische Geistlichkeit erhielt unter der Mlenderes-Regierung neue Ausbildungsstätten, denn auf den Dörfern fehlten Religionslehrer. Über 1000 neue Moscheen wurden gebaut, und von den Minaretten erklang der Gebetsruf wieder in der (von Atatürk verbotenen) arabischen Sprache.
Grollte die Opposition, Kemals alte Republikanische Volkspartei: Menderes leiste "reaktionären Tendenzen" Vorschub. Den Kemalisten kam jetzt die Militär-Junta zu Hilfe. "Das neue Regime wird streng laizistisch und demokratisch sein", dekretierte General Gürcel.
Eine parlamentarische Demokratie nach dem Modell von Westminster schwebte bereits Atatürk in sanften Stunden als politisches Ideal vor Augen. Doch er blieb, gestützt auf die von ihm gegründete Volkspartei, bis an das Ende seiner Tage beim Einparteistaat, bei der "Diktatur im Namen des Volkes" und einem streng patriarchalischen Regiment. Der Türkenvater war dabei nicht zimperlich. Er ließ seine politischen Gegner nicht nur ins Gefängnis werfen, wie es jetzt der väterlich-freundliche General Gürcel praktiziert, sie endeten oft am Galgen.
Dennoch befahl der fortschrittsbesessene Diktator zweimal die Gründung einer Oppositionspartei, aber beide Versuche mißlangen. Als Ismet Inönü und Fethi Okyar, beide treue Kernalisten und Freunde Atatürks, 1931 vor dem Parlament ihre nach britischem Vorbild sorgsam einstudierten Rollen als Regierungschef und Oppositionsführer spielen mußten, prügelten sich in den Wandelgängen die durch dieses befremdende Schauspiel verwirrten Abgeordneten. Fethi löste seine "Liberale Republikanische Partei", zu der ein Teil der kemalistischen Parlamentarier auf Wunsch Atatürks überwechseln mußte, nach drei Monaten wieder auf. Begründung: Ein Kampf gegen den "Gazi" (Atatürk) sei unmöglich.
Erst Atatürk-Nachfolger Inönü machte im November 1945, von den USA nachdrücklich ermuntert, mit der "Demokratisierung des öffentlichen Lebens" Ernst. Inönü ließ eine echte Opposition zu - die von Menderes und dem jetzt ebenfalls verhafteten Staatspräsidenten Celal Bayar gegründete Demokratische Partei - und saß dafür selbst fünf Jahre später auf den Bänken der Opposition. Beglückt bestätigte ihm damals die "New York Times": Der Regierungswechsel habe sich "mit peinlicher Korrektheit und ruhiger Würde" vollzogen.
Die Parlamentswahlen von 1950 glichen einem Erdrutsch, weder Sieger noch Besiegte hatten ihn erwartet. Die Demokraten, die 1946 nur 64 Sitze gewinnen konnten und über diesen "Wahlbetrug" geklagt hatten, eroberten plötzlich 408. Die seit 27 Jahren regierenden Republikaner, denen zuvor 395 Mandate gehört hatten, mußten sich nun mit 69 begnügen. Vor diesem Hintergrund vollzog sich der einzige legale Regierungswechsel, den die Türkei bis heute erlebt hat.
Nur einige wenige Führer der Demokratischen Partei hatten ernsthaft geglaubt, so rasch an die Macht zu kommen. Celal Bayar, der unter Atatürk mehrmals auf wichtigen Ministerposten amtierte ("New York Times": "Der bedeutendste Förderer der staatlichen Industriebetriebe"), wurde nun Staatsoberhaupt. Der frühere Staatspräsident Inönü, den aus Tagen des gemeinsamen Dienstes unter Atatürk eine intime Feindschaft mit Bayar verbindet, übernahm die Rolle des Oppositionsführers. Adnan Menderes, seit 1931 ein kaum beachteter Hinterbänkler der kemalistischen Einheitspartei, ehe er gemeinsam mit dem "Bankier-Staatsmann Bayar" ("Time") Oppositions-Lorbeer erntete, avancierte zum Premier.
Der politisierende Gutsbesitzer, der damit die wichtigste Machtposition der Türken-Republik einnahm, liebte die hitzige Atmosphäre großer Wahlversammlungen, in denen er viele schwielige Bauernhände drückte. Er brauchte Jubel, Beifall, Zustimmung, um als Baumeister des türkischen Vaterlandes agieren zu können.
Menderes wuchs in der lebhaften Küstenstadt Izmir (Smyrna) im Hause der Großmutter auf, besuchte dort ein amerikanisches College und spielte bald den jungen Gentleman: Sein Fahrrad war bestes englisches Fabrikat, sein Taschengeld großzügig bemessen und seine Kleidung makellos. Er spielte vorzüglich Billard und bezahlte immer, gleichgültig, ob er gewann oder verlor.
Als Leutnant diente Menderes in Atatürks Befreiungsarmee und focht bei jenen Truppen, die Izmir den Griechen entrissen. Auf persönliche Anordnung des Türkenvaters wurde der begabte junge Mann dann in die Nationalversammlung gewählt. "Ich war immer ein gewissenhafter Abgeordneter", erinnerte sich Menderes später an seine Hinterbänklerzeit, in der er sich nebenbei dem Studium der Jurisprudenz widmete. "Ich ging jeden Morgen zeitig ins Parlament ... Ich wollte die Arbeit der Regierung von innen kennenlernen."
Der flinke kleine Premier (1,67 Meter), der bald auf internationalen Konferenzen englisch, französisch und griechisch parlierte, hatte in der Tat das Getriebe des kemalistischen Staatsapparats so gründlich studiert, daß er auch die nächsten Parlamentswahlen im Jahre 1954 gewann. Die Demokraten erhöhten die-Zahl ihrer Sitze von 408 auf 504, die Inönü-Opposition schrumpfte von 69 auf 31 Mandate zusammen.
Menderes hatte 58,4 Prozent der Stimmen errungen, weil er zwei Kräfte für sich mobilisierte, die von den autoritär regierenden Atatürk-Erben jahrzehntelang mißachtet wurden und die nun seine Parlamentsmehrheit so dauerhaft wie nur möglich machen mußten: den islamischen Klerus und die türkischen Bauern. Prophezeite der britische "Observer": "Das ist eine tiefer gehende Revolution als diejenige Atatürks."
Da nach wie vor 80 Prozent der türkischen Bevölkerung auf dem Lande leben, sind die bäuerlichen Stimmen bei den Parlamentswahlen entscheidend. Diese Bauernwähler hatte die Menderes -Regierung in den vorangegangenen Jahren mit Steuererleichterungen (kein Bauer zahlt direkte Steuern) und Agrarsubventionen geködert.
Wählen dürfen alle Türken männlichen und weiblichen Geschlechts, die mindestens 22 Jahre alt sind. Aber noch immer können 50 Prozent der Männer und 80 Prozent der Frauen nicht lesen und schreiben. Deshalb entscheidet häufig der "Muchtar" (Bürgermeister) des Dorfes, der auch die Wahlzettel ausgibt, welche Partei gewählt wird, obgleich die Justizbehörden beauftragt sind, die Wahrung des Wahlgeheimnisses und die Stimmenzählung zu überwachen.
Das Geheimnis der türkischen Wahlsiege liegt jedoch in den großen Wahlkreisen, in denen sämtliche Sitze - manchmal bis zu 60 - der stärksten Partei zufallen, während die oft nur um wenige Stimmen Unterlegenen leer ausgehen. Dieses auf die Bedürfnisse eines autoritären Staates zugeschnittene Wahlsystem, das in seinen Grundzügen noch aus der Zeit Atatürks stammt, eignet sich für einen scheindemolkratischen Einparteistaat vorzüglich, für einen Zwei- oder Mehrparteienstaat ist es unbrauchbar.
Es schafft starke Regierungsmehrheiten, die beliebig Gesetze fabrizieren können, und schwächt die parlamentarische Vertretung der Opposition so sehr, daß der politische Kampf auf der Straße schließlich wichtiger wird als die Auseinandersetzung im Parlament. Gestand General Inönü: "Für die nächsten 20 Jahre würden wir in der Türkei am liebsten die Verhältniswahl einführen."
Von solchen Reformen wollte freilich sein Gegenspieler Menderes, der 1955 in seine erste große Krise geriet, nichts wissen. Amerika weigerte sich damals, den von Menderes 1952 vollzogenen Beitritt zur-Nato, in die er eine Armee von 440 000 Mann, zwei Millionen Reservisten und wertvolle Stützpunkte eingebracht hatte, mit einem weiteren Scheck über 300 Millionen Dollar zu honorieren. Das türkische "Faß ohne Boden" schreckte die amerikanischen Finanziers; sie bewilligten nur 30 Millionen. Menderes erhielt den Rat, zu sparen, endlich den Staatshaushalt auszugleichen und seine ehrgeizigen Wirtschaftspläne zu reduzieren, die ihn - mit Wahlgeschenken auf fremde Rechnung - weiter an der Macht halten sollten.
Als daraufhin das Türkenpfund fiel und die Preise stiegen, als die alten, von Menderes zunächst beseitigten Einfuhrbeschränkungen wiederkehrten und Kaffee, Rasierklingen, Medikamente und Seife knapp wurden, rebellierte sogar die Demokraten-Fraktion gegen ihren Premier. Seine Minister gingen (davon drei unter dem Verdacht der Korruption), aber der "Baumeister" blieb.
Vor dem dritten Wahlgang 1957 knebelte Menderes seine Kritiker - "Regierungen, die gute Arbeit leisten, sollten keinen Grund haben, die Freiheit der Presse zu fürchten", hatte er einst als Sprecher der Opposition gesagt - mit drakonischen Gesetzen. Schon die unvorsichtige Benutzung des Wortes "Inflation" konnte nun einen türkischen Journalisten ins Gefängnis bringen. Den Universitätsprofessoren wurde jedwede politische Betätigung untersagt, unbotmäßigen Richtern drohte die Zwangspensionierung. Eine Wahlgesetzänderung verbot den Inönü-Republikanern überdies, mit den kleineren Parteien, die das türkische Mehrheitswahlrecht kaum zur Geltung kommen läßt, Wahlbündnisse einzugehen.
Dennoch brachte der Wahltag für die Menderes-Demokraten eine Enttäuschung. Nur 424 ihrer 504 Abgeordneten kehrten ins Parlament zurück, während die Inönü-Republikaner, die zuvor nur über 31 Sitze verfügten, 178 Mandate gewannen. Genaue Angaben über das Stimmenverhältnis wurden von der Regierung' niemals veröffentlicht, doch errechnete die Opposition, daß die Demokraten 47,9 Prozent der Stimmen erhielten, während auf die Republikaner 41 Prozent entfielen. Mit rund 600 000 Stimmen war der Abstand zwischen beiden Parteien nun so gering, daß Inönüs Parteifreunde mit einer legalen Rückkehr an die Macht zu rechnen begannen.
"Wir würden uns der Entscheidung freier Wahlen unbedingt beugen", versicherte der republikanische Parteichef, "auch wenn sie gegen uns ausschlüge. Wir würden uns als normale Oppositionspartei betragen, falls wir die Wahl verlieren."
Doch die Stimme des alten, fast tauben Generals verhallte - "diese Taubheit ist die größte aller diplomatischen Wohltaten", flüstern seine Freunde -, als im Mai 1960 in Istanbul, Ankara und Izmir lärmende Studenten die Straßen füllten, "Hürriyet" (Freiheit) und "Tod allen Diktatoren" schrien, die Atatürk -Hymne grölten und Adnan Menderes zum Rücktritt aufforderten. Berittene Polizei attackierte die tobenden Demonstranten. Die ersten Schüsse fielen. Tote und Verwundete lagen auf dem Pflaster. Die Regierung griff zum' Kriegsrecht, und die Panzer der türkischen Armee rumpelten in die erregten Städte.
Die Unruhen hatten begonnen, als die von den Menderes-Demokraten beherrschte Nationalversammlung auf Wunsch der Regierung eine mit Sondervollmachten ausgestattete Kommission einsetzte, um die "subversive und illegale Tätigkeit" der Opposition zu untersuchen. Der Premier warf den Inönü -Republikanern vor, daß sie eine Revolte angezettelt hätten und versuchten, auch die Armee in den innenpolitischen Streit hineinzuziehen.
Die parlamentarische Kommission, in der pur Menderes-treue Demokraten saßen, erhielt das Recht, Versammlungen zu genehmigen oder zu verbieten, Zeitungen und Zeitschriften zu beschlagnahmen und deren Herausgeber und Redakteure mit Gefängnisstrafen zu belegen. Sie untersagte zunächst jede politische Tätigkeit für die Dauer von drei Monaten und verbot zugleich den Zeitungen, über den Gang der parlamentarischen Untersuchung zu berichten. Polterte der 75jährige Oppositionsführer Inönü in der
Nationalversammlung: "Ihr könnt nicht zugleich Ankläger, Richter und Henker sein ... Wenn ihr auf diesem Wege fortfahrt, kann selbst ich euch nicht mehr retten."
Der grauhaarige
General, ursprünglich Berufsoffizier wie Mustafa Kemal, dem er im Befreiungskrieg gegen die Griechen als Stabschef diente, wurde daraufhin aus dem Parlament ausgeschlossen. Rief ihm ein Menderes-Anhänger zu: "Wir werden
auch dich vor Gericht stellen, Pascha!" Dieser Affront gegen die "bedeutendste Figur aus der Zeit der nationalen Revolution" ("The Guardian") - Inönü hat seinem Lande zwei Jahre als Außenminister, 14 Jahre als Regierungschef sowie zwölf Jahre als Staatsoberhaupt gedient und 1923 den Frieden von Lausanne unterzeichnet - traf jedoch die Regierung härter als die Inönü-Partei, deren Chef bei der in der Tradition Atatürks erzogenen Armee größeres Ansehen genoß als der geschäftstüchtige Manager Menderes an der Spitze des Kabinetts. Wo sich General Inönü zeigte, sammelten sich jubelnde Menschenmassen, die Atatürks Hymne sangen und "Freiheit" schrien. Vor Auslandsjournalisten knurrte Inönü: "Dieses Regime der Unterdrückung muß abtreten." Bitter fügte er hinzu: "Menderes ist entschlossen, die Republikaner noch vor den nächsten Wahlen zu erledigen."
In der Tat reiste der Premier im Lande umher, um die Stimmung seiner bäuerlichen Gefolgschaft zu testen. Dabei kündigte er Neuwahlen an, "sobald die Ordnung wiederhergestellt ist". Mit Hilfe jenes noch von der Inönü-Regierung ausgearbeiteten Wahlgesetzes, dem die Demokraten bereits ihre Wahlsiege von 1950, 1954 und 1957 verdankten, hoffte er ein viertes Mal zu gewinnen. Prahlte Menderes in Izmir: "Diese Straßendemonstrationen von Kindern werden mich nicht zum Rücktritt zwingen!"
Vor seinen Parteifreunden spottete der Premier: "Was kümmern uns die (unzufriedenen) Intellektuellen, solange die Bauern für uns sind."
Doch diese Bauernschlauheit kommt diesmal zu spät. Als in der Hauptstadt durchsickert, die Menderes-Kommission habe ihre geheime Untersuchung gegen die Opposition abgeschlossen, und gleichzeitig in der Nationalversammlung eine wilde Saalschlacht entbrennt, weil über eine Reform des Wahlgesetzes beraten wird, entschließt sich das innerhalb der Armee entstandene "Komitee für die Nationale Einheit" zum Handeln.
Seit Wochen ist der Putschplan dieser 23 Stabsoffiziere fertig, die ihrem geheimen Gremium nicht ohne Absicht einen ähnlichen Namen gaben wie jene Jungtürken, die 1908 gegen den Sultan losschlugen. Seit Tagen geht die von den Putschisten zur Irreführung der Regierung verbreitete Flüsterparole "6. 6. T." (am 6. 6. die ganze Türkei) von Mund zu Mund, während Politiker und Journalisten diskutieren, ob und wann die Armee in den innenpolitischen Konflikt eingreifen werde.
In der Nacht zum 27. Mai rollt dann der unblutige Staatsstreich präzis wie ein Manöver ab. 200 Minister, Parlamentarier und Offiziere werden in wenigen Stunden verhaftet. Weitere 1300 Menderes-Anhänger folgen ihnen in den nächsten Tagen in die Gefängnisse. Der in seinem Palast festgenommene Staatspräsident Bayar verzichtet auf den beabsichtigten Selbstmord und setzt sich an den Frühstückstisch. Nur der ehemalige Innenminister Dr. Gedik, der für die Ausschreitungen der Polizei verantwortlich gewesen war, stürzt sich aus dem Fenster in den Tod.
Im Licht des neuen Tages erscheint ein neuer Mann: General Cemal Gürcel, 65 Jahre alt und zuletzt Oberbefehlshaber der türkischen Landstreitkräfte, ehe er sich mit Menderes überwarf, weil die Armee auf Anordnung des Premiers die Bewegungsfreiheit des Oppositionsführers Inönü einengen sollte. Gürcel ist populär bei seinen Soldaten, bisher jedoch - wie die "New York Times" trocken feststellt - "praktisch außerhalb seines Dienstbereichs unbekannt".
Der General handelt und spricht wie alle jene islamischen Soldaten-Staatschefs, die innerhalb der letzten Jahre zwischen Nil und Indus die Macht übernahmen, in den ersten Tagen nach ihrem Putsch gehandelt und gesprochen haben. "Ich habe nicht den Wunsch, ein Diktator zu werden", tönte seine väterliche Stimme aus den Lautsprechern. "Mein Ziel ist es, eine demokratische Ordnung zu schaffen."
Das wollte auch Ägyptens Staatschef Oberst Nasser, das wollen die Generale Ajub Khan in Pakistan, Abbud im Sudan und Kassim im Irak. Aber ihr demokratisches Wunschbild sieht anders aus als das Modell von Westminster, das der rauhe Türkenvater seinen Landeskindern einzubleuen suchte. Es ist die Demokratie durch Akklamation, der Jubel des Einparteistaates, den die jungen Offiziere farbiger Völker offensichtlich besser begreifen als das komplizierte Wechselspiel zwischen Regierungsmehrheit und Opposition in den westlichen Demokratien. In tropischen Gefilden entartet es - oft zur Korruption oder mündet schnell in Ungehorsam und Auflehnung, sobald es von schlichten Köpfen grimmig ernst genommen wird.
Auch die Türken waren - wie das Trauerspiel des Adnan Menderes beweist - offenbar dabei, ihre unterentwickelte Demokratie so bitter ernst zu nehmen, daß sie sich gegenseitig die Köpfe einschlugen. General Gürcel putschte, wie sein Komitee verlauten ließ, "zur Verhinderung brudermörderischen Zwistes".
Seine Tat wurde mit Jubel aufgenommen. Das neue Regime beseitigte das von Menderes verhängte Kriegsrecht und holte die verhafteten Journalisten und Inönü-Anhänger aus den Gefängnissen; Ankaras Bürger tanzten auf den Straßen, die Kinos spielten wieder, in den Gaststätten gab es wieder Alkohol. Aus dem Fenster des Regierungspalasts lächelte der väterliche General: "Wir Sorgen für eine friedliche Zukunft."
In einigen Monaten will Gürcel an die Stelle der alten Demokratie, deren Institutionen in einer Nacht versanken, eine neue setzen, mit einer neuen Verfassung, neuen Parteien, neuen Wahlen und neuen Männern. "Den Menderes -Demokraten", grinste er, "wird eine Periode der Ruhe guttun." Zur Erläuterung fügte Gürcel hinzu: "Ismet Inönü hat nichts vom Staatsstreich gewußt." Dem alten Atatürk-Mitstreiter, der den Militärputsch als "legitime Revolution" begrüßte, stellte die Armee inzwischen taktvoll eine Ehrenwache.
Dennoch wird die neue Verfassung - an der unter Leitung des Rektors der Istanbuler Universität, Sidik Sami Onar (den die Opposition schon einmal zu ihrem Präsidentschaftskandidaten ausersehen hatte), viele Professoren arbeiten, die Premier Menderes als gefährliche Intellektuelle von jeder politischen Tätigkeit fernzuhalten wünschte - jene Forderungen erfüllen, die Inönüs Republikaner in der Nationalversammlung vergebens durchzusetzen suchten. Es handelt sich dabei um
- das Verhältniswahlrecht,
- einen Verfassungsgerichtshof und
- eine zweite Kammer neben der Großen Nationalversammlung.
Mit einem solchen verfassungsrechtlichen Korsett könnte die Türkei einen neuen Anlauf unternehmen, um ein Mehrparteienstaat zu werden, falls die jungen Offiziere in der Umgebung des väterlichen Generals nach einigen -Monaten tatsächlich die Macht wieder aus den Händen geben. Prophezeite Gürcel: "Ich persönlich glaube, die Existenz einer sozialistischen Partei würde der Türkei guttun."
Das mag man in Moskau, nicht ungern hören, wenn auch der General, kemalistischer Tradition folgend, die Kommunistische Partei in der Türkei als "nicht existent" bezeichnete. Gewiß würde der Kreml mit den neuen Herren in Ankara gern jenes Spiel fortsetzen, das Menderes begann, als er sich für Juli zu einem Staatsbesuch in die Sowjet-Union einladen ließ - "zur Verbesserung der türkisch-sowjetischen Beziehungen". Im Westen las man es freilich anders. "Ein Erpressungsversuch gegenüber den Westmächten", schrieb die Züricher "Tat", "deren Zahlungswilligkeit seit einiger Zeit zu wünschen übrigläßt."
Gürcels "Komitee der Nationalen Einheit" hat zwar die von Menderes geschaffenen vertraglichen Bindungen der Türkei an Nato und Cento (früher: Bagdad-Fakt) ausdrücklich anerkannt, die das Land als Basis weitreichender Radarstationen und Mittelstrecken -Raketen (siehe Karte Seite 40) zu einem wichtigen Glied der westlichen Verteidigungsgemeinschaft machen, aber auch junge Offiziere brauchen Dollars, wenn sie ehrgeizige Pläne haben.
Die USA werden das neue Militär -Regime nicht schlechter finanzieren dürfen als den verhinderten Baumeister des türkischen Vaterlandes, der vor seiner Rußland-Reise gestürzt wurde, sonst könnte sich der väterlich-sanfte General des großen Atatürk erinnern, der 1921 einen Freundschaftsvertrag mit Moskau schloß und Rubel keineswegs verschmähte. Besänftigte die "New York Times" solche Besorgnisse nach einem Blick in die Geschichtsbücher, die seit dem 17. Jahrhundert 13 türkisch-russische Kriege verzeichnen: "Historisch gesehen, fürchten die Türken Rußland, und ihre prowestliche Politik ist niemals eine parteipolitische Streitfrage gewesen."
Wenn auch seine Außenpolitik fortgesetzt wird, so bleibt dem gescheiterten Premier keine Chance für ein Comeback in General Gürcels geläuterter Demokratie, es sei denn ein peinliches Schauspiel vor einem hohen Gericht, das seine demokratische Gesinnung zu prüfen haben wird und dabei Schlimmeres als verletzte Eitelkeit zutage fördern könnte. Dazu Gürcel: "Auf Hochverrat steht Todesstrafe."
Adnan Menderes hat hoch gespielt und hoch verloren. "Ich gehöre zu jenen Leuten", bekannte er einmal einem amerikanischen Diplomaten, "die einen rasanten Sportwagen mit allen Risiken einer langsamen sicheren Limousine vorziehen."
Dar politische Unfall auf der Autostraße nach Kütahya war demnach vorauszusehen.
Istanbuler Studenten gegen Menderes: "Tod allen Diktatoren!"
Gestürzter Türken-Premier: Keine Angst vor wilden Kindern
Stockholms-Tidningen
"Sehen Sie nicht, daß hier schon einer sitzt?"
Türkenvater Kemal, Sowjet-Gast Woroschilow (l.): Rubel erwünscht
Atatürk-Erbe Inönü: Peinlich korrekt zurückgetreten
Verhafteter Präsident Bayar: Frühstuck statt Selbstmord
Islamische Soldaten-Herrscher (v. l. n. r.) Ajub Khan, Kassim, Nasser, Abbud: Demokratie durch Akklamation
Provisorischer Staatschef Gürcel: Diktatur mit Liebe

DER SPIEGEL 24/1960
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